Test mit gentechnisch veränderten Olivenfliegen

Die englische Firma Oxitec plant für Juli 2015 im spanischen Katalonien die Freisetzung gentechnisch veränderter (gv-) Olivenfruchtfliegen. Die Insekten werden durch ein Gen so manipuliert, dass die weiblichen Tiere im Larvenstadium sterben, während die männlichen Nachkommen überleben. Die Fliege führt derzeit zu erheblichen Ertragsverlusten im Olivenanbau und wird intensiv mit Insektiziden bekämpft.

Olivenfruchtfliege (Bactrocera oleae)
Olivenfruchtfliege (Bactrocera oleae) © Pest and Diseases Image Library

Oxitec will in der Nähe der Stadt Tarragona bis zu 5000 Fliegen pro Woche freisetzen. Das Experiment soll über ein ganzes Jahr laufen, die mit Netzen überspannte Versuchsfläche wird sich über eine Fläche von bis zu eintausend Quadratmetern erstrecken. Falls Fliegen entkommen, könnte ihre Ausbreitung nicht kontrolliert werden. Eine breite Koalition von Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen, hauptsächlich aus den Mittelmeerstaaten Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, fordert jetzt, dass die Freisetzung derartiger Fliegen vollständig verboten wird.

Oxitec will mit den Gentechnik-Insekten die natürlichen Populationen der Olivenfliegen reduzieren, um so die wirtschaftlichen Schäden zu verringern, die durch diese Art verursacht werden können. Während Oxitec behauptet, dass Insekten im Labor genetisch stabil vermehrt werden können, kann niemand die genetische Stabilität und das Langzeitverhalten der Insekten vorhersagen, nachdem sie erst einmal freigesetzt wurden. „Es ist anzunehmen, dass der eigentliche Grund für die geplanten Freisetzungen das Interesse der Firma Oxitec und ihrer Investoren ist, maximalen Profit aus der patentierten Technologie zu ziehen“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Diese Technologie birgt aber ein erhebliches Potenzial, die biologische Vielfalt und die Zukunft der Olivenproduktion in der Mittelmeerregion zu gefährden. Es ist deswegen wichtig, dass diese Organismen nicht freigesetzt werden. Nirgendwo. Niemals.“

Oxitec hatte seine Technik erstmals zur Bekämpfung von Krankheitserregern entwickelt, vor allem bei Tigermücken (Aedes aegypti), die das Dengue-Virus übertragen. Mit diesen Mücken gab es bereits Freisetzungsversuche auf der Karibikinsel Grand Cayman, in Malaysia und Brasilien. Dabei sank die Tigermücken-Population innerhalb eines Jahres um 80 bis 95 Prozent.     Quellen und mehr: http://www.testbiotech.org/node/1318   http://www.transgen.de/aktuell/1838.doku.html

http://www.oxitec.com/   gbr Nachtrag am 10. August: Wie Testbiotech meldet, hat das britische Unternehmen Oxitec seinen Antrag jetzt zurückgezogen. Nach Berichten in spanischen Medien hatte die Firma von den Behörden das Signal erhalten, dass die Versuche nicht genehmigt würden.
Quelle: http://www.testbiotech.org/node/1320