Vita beantragt Zulassung für neues Varroa-Bekämpfungsmittel

Laut einer englischsprachigen Pressemeldung vom 3. April 2013 hat Vita (Europe) Limited für das Varroa-Bekämpfungsmittel HopGuard® EU-weit die Zulassung beantragt. Wie bereits in ADIZ/db/IF 12/2012 (siehe unten) berichtet, zeigen die Betasäuren der Hopfenpflanze auch bei Versuchen in Deutschland eine varroazide Wirkung.   Bei dem in den USA von der Firma BetaTec bereits eingeführten Produkt HopGuard® werden zwei mit dem Wirkstoff versehene Streifen zwischen die Waben eingehängt. In Völkern mit Brut erfolgt eine dreimalige Behandlung im Abstand von einer Woche. In brutfreien Völkern genügt eine Behandlung. Die Streifen müssen nicht wieder entfernt werden, da sie von den Bienen „entsorgt“ werden.   Da es sich bei den Wirkstoffen, nach Angaben von Vita, um lebensmittelrechtlich zugelassene Zutaten handelt, wird beim Zulassungsverfahren angestrebt, dass HopGuard® zu jeder Jahreszeit eingesetzt werden kann. Vita rechnet damit, dass das Zulassungsverfahren in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 abgeschlossen ist. js  
ADIZ/db/IF 12/2012 Hilft Hopfen gegen die Varroamilbe?   Hopfen hält Inhaltsstoffe bereit, die nicht nur dem Menschen zusagen, sondern die auch für Bienen interessant sind. Die Betasäuren der Hopfenpflanze zeigten sich in unseren mehrjährigen Versuchen an der Freien Universität Berlin als wirksam gegen die Varroamilbe bei guter Verträglichkeit für die Bienen: Eine Herbstbehandlung am brutfreien Volk zeigte schnelle Wirkung, was sich in Versuchsreihen an verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, zum Teil in Zusammenarbeit mit LAVES (Celle) und LIB (Hohen Neuendorf ), bestätigt hat. Im Frühjahrshonig, wie auch in allen anderen Bienenprodukten, wurden keine Rückstände gefunden. Königinnenverluste traten im Zwei- jahresversuch nicht auf, auch die Reproduktionsleistung der Königin war nicht beeinträchtigt. Ob Betasäuren auch in die gedeckelte Brut hineinwirken, haben wir noch nicht untersucht. HopGuard® ist in den USA in 18 Bundesstaaten über einen Emergency Act (Notstandsverordnung) zugelassen, für Deutschland und Europa strebt die Firma BetaTec GmbH eine europaweite reguläre Zulassung an, dies kann jedoch noch bis zu zwei Jahren dauern. Bis die Zulassung erfolgt ist, bleibt die Anwendung in Deutschland illegal.     Dr. Eva Rademacher, Marika Harz; Freie Universität Berlin