Wahlfreiheit bei Gentechnik in der EU

Kein EU-weites Anbauverbot, aber das Mitspracherecht der Konzerne bei der Entscheidung über einen Gentechnikanbau wurde eingeschränkt.

In Spanien wird der Genmais MON810 großflächig angebaut, in Deutschland ist sein Anbau verboten. Beide Länder sind in der EU. Wie wird das geregelt? Schon seit 2010 schwelt der Streit um das neue Gentechnik-Recht. Jetzt beschlossen Vertreter von  EU-Rat, -Parlament und -Kommissionen einen Kompromiss: Die einzelnen Länder sollen in Zukunft selbst bestimmen, was angebaut wird.   In Deutschland lehnen nämlich rund 90 % der Menschen Gentechnik auf ihrem Teller ab. Deshalb kann die Entscheidung über den Anbau nicht Konzernen wie Monsanto überlassen werden. Diese sollten nämlich ein Mitspracherecht bei Anbauverboten bekommen. Das wurde mit der jüngsten Entscheidung des EU-Gremiums verhindert. Kritiker forderten allerdings ein EU-weites Anbauverbot. Das ließ sich nicht durchsetzen. „In Europa wird es einen gentechnischen Flickenteppich geben“, meint Martin Häusling, Agrarexperte der Grünen im Europaparlament. Die 28 EU-Staaten entscheiden noch im Dezember, das Votum des EU-Parlaments ist für Januar 2015 geplant.   gbr       Quellen: Süddeutsche Zeitung vom 5.12.2014, Saarbrücker Zeitung (eigener Bericht) vom 5.12.2014, Campact vom 9.12.2014, PM von Martin Häusling, MdEP