Weniger Insekten – weniger Vögel

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Balzendes Männchen der Feldlerche. Wird das Paar im Maisacker Junge großziehen können? Foto: Wolfgang Püschel

Zum internationalen Tag der biologischen Vielfalt zeichnet Ornithologe Gernot Segelbacher ein düsteres Bild für die Vogelwelt.

Am 22. Mai wird der Internationale Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Nach Ansicht von Prof. Dr. Gernot Segelbacher von der Universität Freiburg steht es schlecht um den Erhalt vieler Spezies. „Leider sind die bisher erfolgten Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt, auf die sich die Europäische Union in ihrer Biodiversitätsstrategie verständigt hat, wenig erfolgreich gewesen“, sagt Segelbacher. Wie bisherige Studien zeigten, konnte das Ziel, den Verlust biologischer Vielfalt bis spätestens 2020 zu stoppen, bislang nicht erreicht werden. „Es ist eher davon auszugehen, dass wir viele weitere Arten, Lebensräume und genetische Vielfalt bis zum Ende dieser Dekade verlieren werden. “
Vor allem Vögel kämpften ums Überleben, viele Arten seien in den letzten Jahren verschwunden. „Arten der freien Landschaft, wie zum Beispiel  das Rebhuhn, sind in vielen Gebieten Deutschlands mittlerweile ausgestorben, selbst die Feldlerche kämpft um ihr Weiterbestehen“, sagt Segelbacher. Erschreckend sei dabei nicht nur der Rückgang zahlreicher spezialisierter Arten, sondern auch, dass weit weniger Brutvögel präsent seien als noch vor 20 Jahren.
Ein Grund dafür ist nach Ansicht Segelbachers der kontinuierliche Rückgang des natürlichen Lebensraums. „Eine leere Landschaft, die aus reinen Äckern ohne Randstreifen und Hecken besteht, macht es unseren Vögeln auch in einem aufgeräumten Wald schwer, Nahrung zu finden und erfolgreich Jungvögel aufzuziehen.“ Neben dem Lebensraumverlust sei besonders der starke Schwund von Insekten, der für viele Vögel eine wichtige Nahrungsgrundlage bietet, für das stille Sterben verantwortlich.

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Rebhühner waren vor einigen Jahrzehnten noch häufig in der Agrarlandschaft. Heute sind sie in vielen Regionen praktisch verschwunden. Foto: Wolfgang Püschel

Segelbacher ist Professor für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Zentrum seiner Forschung steht die Anwendung molekularer Methoden im Naturschutz.

Quelle: https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/expertendienst/welttagbiologischevielfalt-segelbacher