Weniger Insektizide durch natürliche Räuber

Messung der natürlichen Schädlingsbekämpfung (v. l.): ein geschlossener Käfig ohne Räuber, eine Messstelle, zu der alle Räuber Zugang haben, und ein halboffener Käfig, in den außer Vögel alle Räuber hineinkommen. Fotos: Sarah Redlich

Je mehr unterschiedliche Feldfrüchte auf den Fluren wachsen, desto besser ist die natürliche Schädlingsbekämpfung auf Weizenfeldern. Das liegt daran, dass eine bunte Landschaft den natürlichen Feinden der Blattläuse bessere Lebensbedingungen bietet als eine schier endlose Folge von Monokulturen. Landwirte könnten diese Erkenntnis nutzen, um die Läuse besser in Schach zu halten und den Insektizideinsatz zu reduzieren.

Wo riesige Flächen mit Weizen eingesät sind, finden Marienkäfer, Spinnen, Schwebfliegenlarven und andere Feinde der Blattläuse im Frühling wenig Nahrung, denn erst im Mai besiedeln die Schädlinge das Getreide und beginnen, sich zu vermehren. Die Feinde bewegen sich darum weiter weg zu Orten, wo sie besser versorgt sind. Tritt dann ein Schädlingsbefall ein, finden die Blattläuse beste Bedingungen vor – denn ihre Feinde sind nur in geringer Anzahl vorhanden.

Anders sieht es aus, wenn rund um ein Weizenfeld viele verschiedene Feldfrüchte wachsen. Dann sind die Feinde der Läuse ohnehin schon in der Nähe, kommen schneller ins Feld und vertilgen die Schädlinge. Dieser Effekt sei umso deutlicher, je vielfältiger die Landschaft im Umkreis von 500 Metern um das Feld aussieht. Das berichtet die Ökologin Sarah Redlich, Doktorandin bei Professor Ingolf Steffan-Dewenter an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), im „Journal of Applied Ecology“.

Weitere Einzelheiten zur Versuchsanordnung, ihre Folgen und zur Studie hier:
https://idw-online.de/de/news691173 (Corinna Russow)