Wildbienenhotels selber bauen

Preisgekrönte Studentin zeigt, dass selbstgebaute Wildbienenhotels Bienen wesentlich besser schützen als solche, die im Handel verkauft werden.

Insel Mainau/Peter Allgaier
Insel Mainau/Peter Allgaier

Vivien von Königslöw erhält für ihre an der Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie der Universität Freiburg bei Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein vorgelegte Masterarbeit die mit 1.000 Euro dotierte Sonja-Bernadotte-Medaille für Gartenkultur. Die Studentin hat gezeigt, dass selbstgebaute Insektenhäuser (Wildbienenhotels) Bienen wesentlich besser schützen als solche, die im Handel verkauft werden. Vivien von Königslöw hat von April bis Oktober 2015 kommerziell vermarktete und selbstgebaute Wildbienenhotels aus verschiedenen Materialien in zehn Freiburger Gärten ausgehängt, um anschließend die Bienenarten und deren Reproduktions- und Überlebenserfolg in den verschiedenen Materialien zu bestimmen.

Ihre Ergebnisse zeigen, dass die selbstgebauten Häuser effizienter sind und von mehr Arten belegt werden als die käuflichen Modelle. Vor allem Bambus, Schilf und Buchenhartholz erwiesen sich als geeignete Materialien. Die Nutzung von Fichtenholz, wie es bei käuflichen Modellen häufig zu finden ist, birgt dagegen Verletzungsgefahr für die Brut. Darüber hinaus spielen Durchmesser und Länge der Röhren eine große Rolle für den Belegungserfolg. So wird eine Kombination verschiedener Durchmesser bis maximal knapp einem Zentimeter von mehr Arten belegt. In längeren Röhren können zudem mehr Brutzellen angelegt werden. Die in Gartengeschäften oder Baumärkten erhältlichen Häuser weisen jedoch weniger Röhrchen auf, die zudem zu kurz sind und größere Durchmesser haben.

Um hohe Mortalitäts- und Parasitierungsraten zu vermeiden, sollten die Röhren unzugänglich für parasitische Arten sein, also keine Risse aufweisen. Luftdichtes Material dagegen ist ungeeignet, weil die Brut bei fehlender Luftzirkulation leicht schimmelt. „Vivien von Königslöw leistet mit Ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag, indem sie fundierte Empfehlungen geben kann, wie ein Insektenhaus am besten gestaltet werden sollte, um Bienen und nützliche Wespen zu schützen. Ihre Ergebnisse tragen somit zur Grundlagenforschung bei“, sagt Professorin Alexandra-Maria Klein.
gbr

 

Quelle: https://idw-online.de/de/news663242 (Rudolf-Werner Dreier)