Winterverluste in Österreich 28,5 %

Zoologen der Universität Graz präsentieren ihre Ergebnisse: Die Verlustrate bei Bienenvölkern in Österreich betrug im Winter 2014/15, bei großen regionalen Unterschieden, 28,5 %. ‚Unsere Ergebnisse sind valid, beruhen auf etwa 5 % der österreichischen Bienenvölker und sind vergleichbar mit Verlustraten anderer mitteleuropäischer Länder‘, so Projektleiter Univ.-Prof. Dr. Karl Crailsheim.

Königin mit Arbeiterinnen
Königin mit Arbeiterinnen © Gilbert Brockmann

Ein gewisser Prozentsatz der Winterverluste von Bienenvölkern in Österreich ist als normal anzusehen. Diese Völker werden üblicherweise im Laufe des Jahres wieder aufgebaut. Insgesamt ist die Anzahl der Bienenvölker in Österreich seit Jahren weitgehend stabil. „Man muss Bienenverluste im Herbst und Winter grundsätzlich von jenen im Frühjahr und Sommer unterscheiden“, betont Josef Stich, Obmann der Biene Österreich. Völkerverluste im Winter sind in einem bestimmten Rahmen natürlich, weil eine harte Selektion auf ein Bienenvolk einwirkt. Kommen dann noch für Insekten extrem schlechte Witterungsbedingungen hinzu, wie das durchgehend seit dem Winter 2013/2014 der Fall war, können jedenfalls erhöhte Überwinterungsverluste eintreten.

Diese ungünstigen Witterungsbedingungen hatten 2014 die niedrigste Honigernte seit über 30 Jahren zur Folge. „Sie erschwerten außerdem maßgeblich die Bekämpfung der Varroa-Milbe und den Aufbau ausreichend starker Überwinterungskolonien, was zu erhöhten Überwinterungsverlusten 2014/15 beigetragen hat“, so Stich. Das Institut für Zoologie und das Wegener Center der Universität Graz werden den Einfluss der Witterung auf die Wintermortalität der Bienenvölker in einer separaten Publikation beleuchten.

Quelle und weitere Informationen:
http://on.uni-graz.at/de/detail/article/neue-daten-zum-bienensterben/