Ältestes deutsches Bienenbuch

Ältestes deutsches noch existierendes Bienenbuch gefunden Bei dem Buch: „Warhafftiger Bericht/wie die Immen/oder Bienen/ihre Regierung haben/ und ihre Art und Gebrauch ist/ und wie man sie auff die Lüneburger weise warten/ und ihrer geniessen soll“

von 1573 von A. V. E. handelt es sich um die früheste bekannte Ausgabe des von Eldingen geschriebenen Lüneburger Bienenbuches. Das Buch von 1573 umfasst 75 Seiten und befindet sich in der Univer-sitätsbibliothek in Kiel. Es erschien vermutlich in insgesamt fünf unveränderten Auflagen (1573, 1578, 1600, 1618, 1939) und wurde fünf Jahre nach dem frühesten Bienenbuch von Nickel Jacob (1568), „Gründtlicher und nützlicher Unterricht von Wartunge der Bienen“ herausgegeben. Es handelt sich also um das zweitälteste gedruckte deutschsprachige Bienenbuch und um das älteste Exemplar, das heute noch existiert. Nickel Jacobs Buch ist wahrscheinlich nur in zweiter Auflage von 1586 erhalten.
In diesem frühesten Buch über die Lüneburger Heideimkerei sind bereits die zentralen Grundzüge der Heidebetriebsweise fertig ausgebildet. Es wird mit dem Lüneburger Stülper gearbeitet, der oben geschlossen ist und das oben liegende Flugloch besitzt. Eldingen, der selber wohl kein heimischer Heidjer war und in Uelzen lebte, nennt aber schon die Eckpfeiler der Lüneburger Bienenzucht, wie Schwarmbienenzucht, Immenzaun, Leibimmen, Heideschwarm, Weiselklagen, Wanderung in Buchweizen und Heide. Er nennt Begriffe wie Dronen (Drohnen), Immeker (Imker), Weisen (Weisel), Weishacken (Weiselzellen) und Weislos. Er kennt die Verwendung überschüssiger Kö-niginnen aus Nachschwärmen und erklärt das Zusetzen von Königinnen im Weiselkloben und das Einknäueln einer Königin.
Für ca. 12 € incl. Porto kann man sich einen Scan des Buches (Signatur Ke 4654) als CD über die Auskunftsstelle der Uni-Bibliothek Kiel, Leibnizstr. 9, 24118 Kiel schicken lassen (s. a. http://www.ub.uni-kiel.de/).

Andreas Le Claire
Kriemhildstraße 14, 44793 Bochum
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