Das Ende der Artenvielfalt – Neuartige Pestizide töten Insekten und Vögel

Henk Tennekes
BUND Berlin 2011, 72 Seiten, DIN A4 quer
Preis 29,95 Euro + 5,90 Euro Versand
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Der niederländische Toxikologe Henk Tennekes (www.toxicology.nl) hat in der vorliegenden Studie viele Quellen ausgewertet, die sich auf die Anwendung, Verbreitung und Wirkung der neonicotinoiden Pflanzenschutzmittel (PSM) in mehreren europäischen Ländern, vor allem in den Niederlanden, beziehen. Diese Stoffe (Handelsnamen sind Imidacloprid, Thiamethoxam oder Clothianidin) wirken auf das zentrale Nervensystem von Wirbellosen und blockieren dort wichtige Funktionen. Betroffen sind natürlich auch Honigbienen. Tennekes’ materialreiche Studie bringt den Rückgang der Artenvielfalt von Insekten, Weichtieren und Vögeln in Zusammenhang mit dem Gebrauch dieser Gruppe von PSM, die seit 1991 zunehmend Verwendung finden. Die Giftstoffe sind im Boden schwer abbaubar und gelangen ins Grundwasser. Die Folge sind Schäden an zahlreichen Arten, wie Regenwürmern, Käfern, Spinnen oder Schnecken, die dann als Nahrungsquelle für Vögel fehlen. Europaweit gingen zahlreiche Bestände von Wiesen-, Heide-, Wald- oder im Watt brütenden Vögeln zurück. Die fatalen Wirkungen der Nervengifte auf Insekten und Weichtierarten liegen zunächst oft unter der tödlichen Dosis, sind aber langfristig zerstörerisch. Das macht die Beweisführung ihrer Giftigkeit schwieriger. Tennekes’ Studie liefert Daten, um zum Schutz des Naturhaushalts ein Verbot der Neonicotinoide zu fordern. Zumindest sollten Untersuchungen auf Langzeitfolgen und Kombinationswirkungen mit anderen Pestiziden in Zulassungsverfahren integriert werden.
gbr