Eva Derndorfer, Elisabeth Fischer Honig: Das Kochbuch

Christian Brandstätter Verlag Wien, München
224 Seiten, 21 × 27,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag
Preis 34,90 Euro
ISBN 978-3-7106-0150-7

Oje, schon wieder ein Honigkochbuch, das mag einem in den Sinn kommen.
Doch spätestens, wenn man das Buch in Händen hält, weiß man, dass man es mit etwas Besonderem zu tun hat.

Der honiggelbe Umschlag mit dem ausgestanzten, sechseckigen O des Wortes Honig gibt den Blick frei auf den braunen Einband mit Wabenmuster. Schon beim oberflächlichen Durchblättern fällt die hohe Qualität der Bilder auf, darunter solche, die man in einem Kochbuch kaum erwartet. Liest man sich etwas ein, merkt man schnell, dass es sich auch nicht um ein reines Kochbuch handelt.

Man könnte es auch als Buch zu Honig und Imkerei mit 85 Rezepten ansprechen, abgewechselt von acht Reportagen zu Imkerinnen und Imkern zwischen Wien und Hamburg, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und neun wissenswerten Beiträgen zu den Bienen und ihren Produkten.

Das alles ist optisch so schön aufbereitet, dass man sich gerne hinsetzt und das Buch von vorn bis hinten durchschmökert. Damit man dabei und beim späteren Suchen der Beiträge und Rezepte den Überblick nicht verliert, hilft ein übersichtlicher Plan auf den ersten Seiten.

Das Buch ist für Honigliebhaber geschrieben, die etwas mehr über das Objekt ihrer Begierde wissen wollen. Aber auch der Imker kann etwas lernen, etwa zur Honigsensorik, einem in Imkerkreisen immer noch stiefmütterlich behandelten Thema. Dabei wird Geruch und Geschmack der Landschaft (Terroir) gegenüber der Honigsorte der Vorzug gegeben.

Bei den außergewöhnlichen Rezepten weiß man erst gar nicht, welche man zitieren soll. Was darf‘s denn sein? Honig-Schwarzwurzeln mit Salbei-Zitronensoße, Lamm-Tajine mit Honigpflaumen, Pastinaken-Honigeis oder für die kalten Winterabende die heiße Honiglimonade mit gegrillten Früchten?

Dem Autorengespann Derndorfer/Fischer und ihrem Verlag ist ein repräsentatives Buch gelungen, das man nicht nur gerne zur Hand nimmt, sondern auch verschenkt.
Armin Spürgin