Hans-Joachim Flügel: Blütenökologie, Band 1: Die Partner der Blumen

  Blühende Beziehungen in unserer Mitwelt
Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 43
1. Auflage 2013, 245 Seiten
ISBN-13 978-3-89432-532-9
Preis € 29,95

Die Blütenökologie hat sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständiger Wissenschaftszweig etabliert, geriet dann für nahezu 50 Jahre ins Abseits. Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts erlangte dieser Wissenschaftszweig wieder volle Aufmerksamkeit. Auch wildlebende Insekten finden zunehmende Beachtung als effiziente
Bestäuber von Nutzpflanzen. Einen wesentlichen Aspekt bildet die zunehmende floristische Verarmung der Landschaft und die damit einhergehende massive Beeinträchtigung ganzer Ökosysteme. Ein besonderer Schwerpunkt des Buches liegt erwartungsgemäß auf den mannigfachen, im Laufe einer gemeinsamen Co-Evolution entstandenen engen Wechselwirkungen und den daraus hervorgegangenen morphologischen und physiologischen Anpassungen zwischen Blütenpflanzen unterschiedlichster Art und den sie bestäubenden Insekten. Kritisch beleuchtet wird die kommerzielle Nutzung blütenökologischer Sachverhalte in einer zunehmend praktizierten „Bestäubungsindustrie“.
Auch das Neophyten-Problem wird eingehend behandelt. Schließlich werden Bedeutung und Relevanz der modernen Blütenökologie für Mensch und Gesellschaft aufgezeigt.
Das Buch enthält eine kaum vermutete Fülle interessanter Informationen. Der mit vielen Farbfotos illustrierte Text ist trotz seines wissenschaftlichen Niveaus auch für Laien gut verständlich. Adressaten sind nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Naturschützer, Freizeitentomologen, Blumenfreunde, Landschaftsgärtner und Biologielehrer. Auch für Imker dürfte das Werk eine gewinnbringende Lektüre sein, trägt es doch dazu bei, die Honigbiene im ökologischen Kontext und Beziehungsgefüge aller blütenbesuchenden und -bestäubenden Insekten zu sehen und bewahrt so vor einer einseitigen Sichtweise.
Helmut Hintermeier