Imkern im Gebirge

Heinrich Gritsch
Eigenverlag 2005, 168 Seiten, durchgehend farbig, Fadenbindung, Hardcover
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Pirchetweg 10, A-6424 Silz
Tel.: 0043-(0)5263-5375
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In der Imkerliteratur gibt es schon lange die gute Tradition, dass einzelne Imkerpersönlichkeiten über ihre Erfahrungen berichten und ein Buch schreiben. Die Computertechnik erlaubt es heute auch, viele Farbfotos hinzuzufügen, ohne dass der Preis eines Buches deshalb ins Unermessliche steigt. Wer gerne liest, schätzt die Vielfalt und kann für sich entscheiden, welchen praktischen Nutzen er aus der Lektüre zieht. Heinrich Gritsch aus Tirol hat ein solches Buch vorgelegt. Es ist ein persönliches Buch mit Lokalkolorit geworden; er stellt Imkerfreunde und seine Familie vor und beschreibt die besonderen regionalen Bedingungen einer Imkerei im Gebirge und im Hochgebirge. Seine Monatsanweisungen geben Anregungen zum Nachdenken, sind allerdings für einen „echten“ Anfänger etwas zu komplex und verdichtet dargestellt. Aber diesen empfiehlt er auch in seinen „grundlegenden Überlegungen“, als erstes einen Anfängerkurs zu absolvieren und sich danach mit Imkerliteratur weiterzubilden. Insofern ist sein Buch ein Lehrbuch für Imker, die schon eine gewisse Erfahrung haben. Zu Beginn eines jeden Monats steht Poetisch-Besinnliches unserer literarischen Meister, von Goethe bis Mörike, von Rilke bis Hacks, und lädt zum Einhalten beim Umblättern ein.
Der Autor wendet im Jahreslauf bei seinen Bienen vier einschneidende Maßnahmen an, die den Kern seiner Betriebsweise ausmachen. Er tauscht die beiden Zargen gegeneinander im April (1), er setzt eine dritte honigfeuchte Zarge mit einigen Mittelwänden zwischen die beiden Zargen Anfang Mai (2), er drückt die Königin und damit die Brut im Juli etwa drei Wochen vor dem Schleudern mit Hilfe eines Absperrgitters in die unterste Zarge (3), und er setzt zur Fütterung eine Zarge mit Leerwaben und einigen Mittelwänden auf, damit diese ausgebaut werden (4).
Nach einem Teil über die klassische Königinnenzucht mit belarvtem Zuchtrahmen von gut zehn Seiten, mit sehr vielen Fotos illustriert, folgt ein Blick auf etwa 50 Trachtpflanzen seiner Umgebung. Auch hier hat der Autor schöne Farbaufnahmen mitgegeben. Insgesamt ist der ansprechende visuelle Charakter des Buches hervorzuheben, der durch die grafische Gestaltung und die Verwendung von über 230 Farbfotos entsteht. Man möchte dem Autor zu seinen vielen wunderschönen Aufnahmen gratulieren und bewundert auch den verlegerischen Mut, ein solch aufwendiges Imkerbuch zu einem angemessenen Preis im Eigenverlag herauszugeben.
Gilbert Brockmann
Gilbert.Brockmann@t-online.de