Leitfaden der Pollenbestimmung für Mitteleuropa und angrenzende Gebiete

Hans-Jürgen Beug
2004,
Verlag Dr. Friedrich Pfeil München,
542 Seiten, 120 Tafeln, 13 Tabellen
ISBN 978-3-89937-043-0
Preis: 90,– €

Jeden Imker interessiert, von welchen Trachtquellen sein Honig stammt, auch die vollen Pollen- höschen geben manche Rätsel auf. Nun habe ich zufällig gefunden, dass es schon seit 2004 ein hervorragendes Werk zur Pollenbestimmung gibt. Es stammt von Prof. Hans-Jürgen Beug, der die Abteilung Palynologie und Klimadynamik an der Uni Göttingen geleitet hat. Was das Werk auszeichnet, sind die 120 ganzseitigen Fototafeln mit meist 1.000-facher Vergrößerung unter dem Mikroskop. Aber dies sei allen zukünftigen Pollenanalytikern gesagt: Zur Pollenbestimmung benötigt man ein gutes Mikroskop, und das stärkste Objektiv sollte 100 3 mit Ölimmersion sein (noch besser, wenn auch Phasenkontrast möglich wäre). Diese starken Vergrößerungen sind nötig, weil man in Nanowelten abtauchen muss, um den Pollen sicher zu bestimmen. Für Institute, die Honigherkünfte gegen Entgelt untersuchen, ist das sicher kein Problem. Aber es ist eine weitere finanzielle Hürde für den interessierten Imker.
Pollenkörner sind 3-dimensionale Gebilde. Bei so starken Vergrößerungen wird immer nur eine bestimmte Tiefenzone scharf abgebildet. Deswegen gibt es auch viele Bilder, die diesen Fokussiervorgang dokumentieren.
Das Buch ist von einem Wissenschaftler geschrieben. Alle Pflanzenarten werden unter ihrem wissenschaftlichen Namen geführt. Da braucht man dann als Laie eine Übersetzung: Brassicacea bedeutet Raps und Tilia führt zur Linde. Schön wäre ein zusätzliches Register mit den deutschen Namen gewesen.
Dem Autor ist mit diesem exzellenten Bestimmungsschlüssel ein Jahrhundertwerk gelungen. Es gibt nichts Vergleichbares, und es wird wohl auch in Zukunft nichts Besseres mehr geben. Es erspart ein selbst angefertigtes Pollenherbar. Greifen Sie zu, solange der Vorrat reicht.
Prof. Dr.-Ing. Jörg Willhelm