Phänomen Honigbiene

Jürgen Tautz
Mit Fotografien von Helga R. Heilmann
2007, Elsevier Verlag Heidelberg,
278 Seiten, ca. 250 Abbildungen, gebunden mit SU,
Format 17 3 24 cm,
Preis: 24,95 Euro (D)
ISBN 978-3-8274-1845-6

Nun liegt es vor, das mit Spannung erwartete Werk „Phänomen Honigbiene“ von Prof. Jürgen Tautz und Helga R. Heilmann (Fotos). Gewidmet ist es dem 88-jährigen Mentor der Würzburger Bie- nengruppe Prof. Martin Lindauer, dem Schüler und Nachfolger von Karl v. Frisch. Das Buch bezieht sich somit auf eine lange Tradition der deutschen Bienenforschung, die in die ganze Welt ausstrahlt. „Bislang wird es in sieben Sprachen übersetzt“, sagte Prof. Tautz bei der Vorstellung in Karlsruhe, „darunter ins Türkische und Chinesische.“
Der Autor nähert sich, wie er im Vorwort schreibt, in ganz kleinen Schritten dem tieferen Wesen des Biens und meint: „Was man bei der Beschäftigung mit Honigbienen erfahren kann, ist so erstaunlich, dass es jeden Aufwand lohnt.“
Den zehn Kapiteln seines Buches stellt er jeweils kurz gefasste Ansichten oder Lehrsätze voran, die deren Inhalte charakterisieren sollen und in ihrer Summe einen Überblick über das „Universum“ des Biens geben. Nachfolgend einige zur Veranschaulichung: n Das Bienenvolk – ein Säugetier in vielen Körpern. Das kleinste Haustier des Menschen – ein Steckbrief in Bildern.
– Wären Honigbienen vermeidbar gewesen? Die Lebensform der Honigbienen musste in der Evolution unter geeigneten Voraussetzungen entstehen.
– Die Honigbiene, ein Erfolgsmodell. Honigbienen sind eine extrem artenarme Gruppe, aber ihr gestaltender und erhaltender Einfluss auf Biotope ist überragend.
– Was Bienen über Blüten wissen. Die Seh- und Duftwelt der Bienen, ihre Orientierungsfähigkeit und ein Großteil ihrer Kommunikation drehen sich um ihre Beziehung zu den Blütenpflanzen.
– Das größte Organ der Bienenkolonie – Wabenbau und Wabenfunktion.
– Die Kreise schließen sich. Der Superorganismus Bienenstaat ist mehr als die Summe aller seiner Bienen.
Mit fast 250 Fotos, die meisten von Helga R. Heilmann, ist die Gestaltung prächtig ausgefallen. Über 50 davon sind ganzseitig und verleihen dem Band einen besonderen ästhetischen Reiz. Geradezu neidisch könnte jeder Imker werden, der schon einmal versucht hat, seine Bienen zu fotografieren.
„Phänomen Honigbiene“ ist als Grundlagenwerk nicht nur für Imkerinnen und Imker ein Meilenstein in der Bienenliteratur, sondern es ist jedem Menschen mit Interesse an unserer Natur ans Herz zu legen. Es verknüpft neue aktuelle Einsichten mit bekanntem Wissen, „aber es soll auch klar machen, dass wir noch lange nicht alles über die Honigbiene wissen“, meint Prof. Tautz. Eine gute Nachricht für alle, die süchtig sind nach Bienenliteratur, lässt es doch für die kommenden Jahre noch auf manches Neue aus der „Würzburger Küche“ der BEEgroup um Prof. Tautz hoffen.
Gilbert Brockmann