Sonderheft der Apidologie zur Gehirnforschung an Bienen

Das Gehirn der Honigbiene passt in einen Stecknadelkopf. Rund 1 Million Nervenzellen – so viele besitzt ein Mensch allein in der Netzhaut in einem Auge – sind in einem knappen Kubikmillimeter dicht gepackt. Dennoch ist dieses winzige Gehirn in der Lage, ein außerordentlich komplexes Sozialverhalten zu steuern, sechs Beine und vier Flügel zu koordinieren und die Sammlerin nach ausgedehnten Ausflügen zu ergiebigen Nektar- oder Pollenquellen sicher über mehrere Kilometer in ihr Volk zu leiten.
Wie schafft es das Bienengehirn, diese Leistungen zu vollbringen? Dieser Herausforderung stellen sich neurobiologische Forscher. Die international führende bienenwissenschaftliche Fachzeitschrift APIDOLOGIE widmet der Hirnforschung an Bienen jetzt ein ganzes Sonderheft. In ihrer aktuellen Ausgabe berichten Bienen-Neurowissenschaftler aus aller Welt über ihre neuesten Erkenntnisse. Die Sonderausgabe „Aktuelle Konzepte zur Neurophysiologie der Honigbiene“ umfasst acht wissenschaftliche Beiträge, die sich um die Themen „Navigation“, „Lernen und Gedächtnis“, „Sehen“ und „Riechen“ drehen. Aber auch ganz handfeste und für die praktische Imkerei wichtige Beiträge sind dabei, über die Wirkung ätherischer Öle (z. B. Thymol) auf das Bienenhirn oder über die Wirkung des Königinnenpheromons auf das Bienenverhalten. Ein Autorenteam fasst schließlich den Stand der Wissenschaft über die Wirkungen von Insektiziden auf Gehirn und Verhalten der Biene zusammen. Alle Artikel sind in der Wissenschaftssprache Englisch verfasst. Zusammen präsentieren sie dem Leser die faszinierende Welt des Gehirns im faszinierenden Organismus Honigbiene.
(Apidologie im Internet: http://rd.springer.com/journal/13592)
Prof. Dr. Bernd Grünewald
Institut für Bienenkunde Oberursel