02/2013: Wie bekommt man Bienenwachs „kerzenrein“?

Frage: Meine mit eigenem Bienenwachs gegossenen Kerzen brennen nicht richtig – eher wie Wunderkerzen verspritzen sie Wachs und gehen explosionsartig aus. Ich nehme an, das kommt von den Pollen- und Propolis-Bestandteilen.
Ich schmelze meine Waben im Sonnenwachsschmelzer. Danach schmelze ich die Wachsblöcke mit Regenwasser in einem Edelstahltopf ein und lasse das flüssige Wachs möglichst langsam abkühlen. Dann kratze ich Boden und Oberfläche gründlich ab und wiederhole den Schmelzvorgang nochmals. Das flüssige Wachs durch einen Nylonstrumpf zu filtern, wird die genannten Probleme wohl kaum lösen. Die mikrofeinen Pollen- und Propolisreste bleiben im Strumpfgewebe sicher nicht hängen. Versuche mit einem Kaffeefilter sind gescheitert. Das Wachs erkaltet schneller, als es durchfließen konnte!
Da ich das Kerzenwachs vom Händler wegen möglicher Rückstände nicht verwenden will, frage ich, wie man „kerzenreines“ Wachs selbst herstellen kann.
Manfred Zawadzki, Gießen

Antwort: Mit dem mehrmaligen Einschmelzen, möglichst langsamem Abkühlen und anschließendem Abkratzen der sichtbaren Schmutzpartikel vom Wachsblock sind die ersten Voraussetzungen zur Herstellung von Wachs für die Kerzenproduktion schon erfüllt. Zum Gießen von Mittelwänden reicht diese Qualität auch aus. Für ein flackerfreies, ruhiges Abbrennen von Kerzen müssen dagegen die feinen Schwebstoffe, wie Pollen, Propolis u. a. gebunden werden. Dies erreicht man, indem man in das flüssige Wachs eine Säure-Wasserlösung einrührt und das Ganze kräftig durchrührt und dann wieder langsam klären lässt. Für 20 kg flüssiges Wachs werden etwa 3 Liter Wasser mit 20 g gelöster Zitronensäure gebraucht.
Eine detaillierte Beschreibung, nicht nur zum Wachsreinigen, liefert der Beitrag 08-04-01 „Schicht für Schicht – getauchte Kerzen herstellen“ in unserer Schulungsmappe „Grundwissen für Imker“.
Jürgen Schwenkel