03/2013: Werden Viren durch selbstgegossene Mittelwände übertragen?

Frage: Im Ergänzungsbeitrag zur Schulungsmappe „Viren unsichtbar, aber nicht ungefährlich“ habe ich gelesen, dass man gebrauchte Waben regelmäßig desinfizieren soll. Daraus darf ich wohl schließen, dass Viren auch außerhalb des Milben- und Bienenkörpers auf Waben existieren können.
Bei mir, Imkerei mit 10 Völkern, wird jede Wabe, die sich am Ende der Saison nicht in den Völkern befindet, eingeschmolzen und zum größten Teil zu Mittelwänden verarbeitet. Und das bereits seit 20 Jahren, seitdem ich weiß, mit welchen Mitteln die gekauften Mittelwände farblich und geruchlich behandelt werden.
Daher meine Frage: Können die Viren auch im ausgeschmolzenen Wachs und somit auf meinen wunderschönen Mittelwänden überleben?
Anton Rosenkranz, Herdecke

Antwort: Nein, keine Angst, Bienen-Viren sind sehr temperaturempfindlich und werden bei den Schmelztemperaturen des Wachses in jedem Fall abgetötet. Häufiger stellt sich die Frage, ob Futterwaben aus an Varroa eingegangenen Völkern weiter verwendet werden können. Wir waren bei unseren ersten Untersuchungen sehr überrascht, dass Bienen-Viren auch außerhalb des Wirtes auf Waben überleben können. Man sollte daher Waben, die nicht eingeschmolzen werden, im Wabenlager mit 60%iger Essigsäure bedampfen. Diese wirkt übrigens auch gegen die Eier und Falter der Wachsmotten (nicht gegen die Larven) und tötet Nosema-Sporen ab.
Weitere Angaben finden Sie in diesem Heft im Artikel zur „Guten Imkerlichen Praxis“.
Dr. Wolfgang Ritter, ritter@bienengesundheit.de