04/2011: Wie erhält man saubere, hygienische Mittelwände?

Frage: Mit einer Mittelwandgießform möchte ich gern Mittelwände aus eigenem Wachs herstellen. Das aus Waben und Baurahmen ausgeschmolzene Wachs enthält aber Schmutz und Krankheitserreger. Wie muss ich das Wachs behandeln, damit die Mittelwände seuchenfrei sind, wie sie auch der Handel anbietet?
Friedrich Kirsch
Ernst-Schneider-Straße 11, 09356 St. Egidien

Antwort: Wenn Sie Ihr Wachs nach alter Imkersitte im Dampfwachsschmelzer oder einem anderen ähnlich arbeitenden Gerät gewinnen, ist es für den normalen Gebrauch ausreichend frei von Krankheitskeimen wie z. B. Nosema oder Kalkbrut. Die Temperaturen in diesen Geräten bewegen sich so um die 100 bis 120 °C. Bei dem „Schmutz“ in Ihrem Wachs handelt es sich um Tresterrückstände, die sich – einfach durch eine Damenstrumpfhose gegossen – aus dem Wachs entfernen lassen. Wenn Sie zudem noch das geschmolzene Wachs im Topf in einer Kunststoffzarge (z. B. Segeberger), die oben und unten mit dem dazugehörenden Deckel verschlossen ist (oder in einer anderen Wärmehaltebox), zwei Tage klären lassen und dann den Tresterrückstand am Boden mit einem Stockmeißel entfernen, ist das allemal genug. Nachlesen lässt sich dies in der Schulungsmappe „Grundwissen für Imker“ in den Beiträgen 08-01-01 und 08-04-01 (siehe auch Dezember-Ausgabe 2010 in der Heftmitte).
Wurde bei Völkern allerdings Faulbrut diagnostiziert, dann muss das Wachs an ­einen autorisierten Wachsbetrieb gegeben werden. Dieser hat die nötige Technik, das Wachs seuchenfrei zu machen! Der Kreis­veterinär wird dies dann auch anordnen.
Geert Staemmler,
Im Holt 38g, 23812 Wahlstedt
Geert.Staemmler@t-online.de