05/2010: Drohnen im Februar, ist das normal?

Frage:
Ich imkere jetzt seit gut einem Jahr. Aufgrund der schlechten Witterung konnte ich erst Anfang Februar meine Bienen gegen die Varroa behandeln. Dabei fiel mir auf, dass aus einem Flugloch drei bis vier Drohnen kamen. Ist das normal?
Jens Römer, Treisweg 18, 34379 Calden,
jensroemi@aol.com

Antwort:

Das ist nicht normal. Drohnen im Herbst oder Winter sind ein Zeichen, dass die Königin überaltert und drohnenbrütig sein kann (ihr Samenvorrat ist aufgebraucht), oder es befindet sich eine unbegattete oder gar keine Königin mehr im Volk. Sobald es die Wetterbedingungen zulassen, sollte man das Brutnest kontrollieren. Sind keine Afterweisel im Volk (das sind Drohneneier legende Arbeiterinnen), kann man es auflösen bzw. mit einem anderen Volk vereinigen. Sind jedoch schon Afterweisel am Werk – das erkennt man daran, dass am Zellgrund oder seitlich an den Zellwänden viele Eier abgelegt wurden oder bereits Drohnenbrut in Arbeiterinnenzellen angelegt wurde – ist das Volk buckelbrütig.
Völker, die im Frühjahr buckelbrütig geworden sind, sind rettungslos verloren, und auch die überalterten Winterbienen sollte man nicht anderen Völkern zuführen. Sie würden die Harmonie eines gesunden Volkes erheblich stören, mit Gefährdung der Königin. Hier hilft dann leider nur, sie abzuschwefeln.
Weitere Hinweise finden Sie in der Schulungsmappe „Grundwissen für Imker“ im Beitrag 04-03-01.
Bruno Binder-Köllhofer, Fachberater für Bienenzucht
Bruno.Binder-Koellhofer@llh.hessen.de