07/2010: Kann man Königinnen von Waben mit Eiern nachziehen lassen?

Frage:
Wodurch unterscheiden sich Königinnen, die aus umgelarvten Bienenmaden (4. Tag) in einem Zuchtrahmen entstehen, von solchen, die in einem Pflegevolk (z. B. Sammelbrutableger) herangezogen werden, wenn eine frisch bestiftete Eierwabe eingehängt wird und die Arbeiterinnen darauf Nachschaffungszellen errichten? Welche sind leistungsfähiger?
Klaus Brinkmann, roebri@gmx.de

Antwort:
Hat der Sammelbrutableger keine offene Brut, werden die Bienen nur sehr wenige Eier bis zur Larvenreife entwickeln lassen, da sie in dieser Phase schnell eine Königin wollen und die Eier ausräumen. Besser ist es, eine Wabe mit jüngsten Larven (4 Tage alt = 3 T Ei + 1 – 1,5 T Larve) einzuhängen. Dann gäbe es im Prinzip keine Unterschiede in der Leistungsfähigkeit.
Anders ist es dagegen, wenn Völker eine plötzlich verlorene oder entfernte Königin schnell ersetzen wollen und daher vornehmlich die gerade noch möglichen älteren, drei bis vier Tage alten Larven bevorzugen. Dann zeigen sich sichtbare körperliche Einschränkungen. Die Königinnen sind meist kleiner und haben weniger leistungsfähige Eierstöcke.
Nachschaffungsköniginnen sind zwar besser als nichts, können aber mit qualitativ gut aufgezogenen Königinnen (ordentliche Pflege, richtiges Larvenalter, genetisch beste Herkunft) nicht mithalten.
Will man nicht umlarven, gibt es im Imkereibedarf auch sogenannte „Klemmpfropfen“, worin man kleine Larvenzellenstücke einklemmen und wie Umlarvzellen einsetzen kann (siehe z. B. www.iwf.de „Aufzucht von Bienenköniginnen“). Die Nachteile sind, dass man eine Brutwabe zerschneiden muss und sich der Austausch von genetischem Material nur schwer realisieren lässt.
Fachberater für Bienenzucht,
Bruno.Binder-Koellhofer@llh.hessen.de