08/2010: 18 oder 20 % Wassergehalt, was ist besser?

Frage:
Ich bin ein Imkeranfänger im ersten Jahr, und mir fiel auf, dass Irmgard Diemer in ihrem Buch „Imkern als Hobby“ auf Seite 69 schreibt, der Wassergehalt des Honigs sollte unter 20 % betragen. Nach dem Infobrief des Bieneninstitutes Kirchhain sollte er aber unter 18 % sein. Das ist sicher besser, aber reicht nicht auch unter 20 %?
Weiterhin sollen laut Diemer (S. 70) die Waben nach dem Schleudern, mit Wasser besprüht, in den Stock zurückgehängt werden. Dies habe ich nach dem ersten Schleudern so gemacht. Beim ersten Schleudern betrug der Wassergehalt im Durchschnitt etwas weniger als 18 %. Jetzt wäre nach dem Befüllungsgrad Zeit zum zweiten Schleudern. Der Wassergehalt beträgt aber selbst bei den verdeckelten Waben knapp 19 %. Habe ich das durch das Besprühen nach dem ersten Schleudern selbst verursacht? Was soll ich tun?
Walter Butchereit, Bahnhofstraße 15, 36219 Cornberg
w.butcher@t-online.de

Antwort:
20 % Wassergehalt sind die Grenze nach der deutschen Honig-Verordnung (Vermarktung im Neutralglas). 18 % sind die Obergrenze, die ein Honig im Imkerhonigglas des Deutschen Imkerbundes haben darf. Das Besprühen der Waben hat nichts mit dem späteren Wassergehalt des Honigs zu tun. Das wenige Wasser haben die Bienen vor der Honigeinlagerung hinaus gefächelt. Eher hat es damit zu tun, dass die Bienen in den wenigen Sonnenstunden in diesem Frühjahr viel Nektar eingetragen und dann auch (zu) früh verdeckelt haben. Dieses Problem trat in diesem Jahr häufiger auf.
Da der im Juni/Juli eingetragene Honig aber im Gegensatz zum Frühjahrshonig (Rapsanteile) nicht allzu schnell kristallisiert, sollte man einfach noch etwas mit der zweiten Schleuderung warten. Auch durch die verschlossenen Zelldeckel diffundiert noch Wasser hinaus. Eile besteht also nicht.
Der Wassergehalt ließe sich etwas reduzieren, wenn man die Waben mit einer Entdeckelungsgabel vorsichtig aufritzt oder mit der Heißluftpistole entdeckelt und wieder einhängt. Aber dies ist relativ aufwendig und funktioniert nur bei hellen, hohl verdeckelten Waben. Bei Platzmangel im Stock und anhaltendem Honigeintrag empfiehlt es sich, eine weitere Honigzarge unterzusetzen. Dann lagern die Bienen dort den frischeren Honig ein und beginnen von oben, den reifen Honig zu verdeckeln.
Bruno Binder-Köllhofer