10/2011: Warum nur einmal mit Oxalsäure behandeln?

Frage:
Ich behandle seit ca. fünf Jahren meine 40 bis 50 Bienenvölker (einräumige Überwinterung) im August nach der Abschleuderung zwei- bis dreimal mit Ameisensäure. Anschließend nach der Auffütterung, etwa Mitte September, das erste Mal mit Oxalsäure, damit sich die von der AS-Behandlung verschonten Milben nicht weiter vermehren können. Im November, nach der ersten Frostperiode, wenn die Völker brutfrei sind, erfolgt die zweite Behandlung mit Oxalsäure, um den letzten frei umherlaufenden Milben den Garaus zu machen. Warum muss das Bienenvolk brutfrei sein? Was spricht gegen eine zweifache OS-Behandlung? Ich praktiziere diese seit über fünf Jahren ohne Verluste bezüglich Varroabehandlung.
Michael Meyer, 93176 Beratzhausen

Antwort:
Bekanntlich wirkt die Oxalsäure nur im direkten Kontakt mit der Milbe und nicht, wenn diese durch die verdeckelte Brutzelle oder kurz vor der Verdeckelung stehende Rundmade geschützt ist. Im Sommer erreicht man daher höchstens 20 % und im Spätherbst höchstens 40 bis 50 % der Milben. Falls man, wie leider immer wieder fälschlich beschrieben, eine mehrfache, eine sogen. Blockbehandlung, mit Oxalsäure durchführt, erreicht man zwar eine etwas höhere, aber immer noch keine ausreichende Wirkung. Gleichzeitig schädigt man durch die Mehrfachbehandlung gerade die langlebigen Bienen. Sie werden mehrfach mit Oxalsäure konfrontiert, übersäuern und sterben im Laufe des Winters schneller ab.
Aus diesem Grund wird in der Packungsbeilage der zugelassenen Präparate Oxuvar und Oxalsäuredihydratlösung 3,5 % ad us. vet. ausgeführt: „Zur Behandlung der Varroose (Varroa destructor) der Honigbiene (Apis mellifera) in der brutfreien Zeit (Spätherbst)“. Da umfangreiche Versuche gezeigt haben, dass es durch eine Mehrfach-behandlung zu Schädigungen der Bienenvölker kommen kann, wird davon abgeraten. Um die Mitte September noch vorhandenen Milben zu bekämpfen, rate ich, je nach Region und Temperatur, eher zu einer Kurzzeitbehandlung von 5 – 7 Tagen mit Ameisensäure. Ob sie notwendig ist, kann mit einer Befallsprobe mittels Puderzucker sicher festgestellt werden.
Fachberater für Bienenzucht
Bruno.Binder-Koellhofer@llh.hessen.de