11/2009: Buckelbrut: Nur eine Laune der Natur?

Frage:
Als Imker frage ich mich immer wieder, was die Natur mit der sogenannten „Buckelbrut“ bezweckt. Ein Volk ohne Königin und ohne ganz junge bestiftete Zellen kann es aus eigener Kraft doch nicht schaffen, weiter zu überleben bzw. zu einer neuen Königin zu kommen! Will das Volk damit Zeit gewinnen oder doch noch Gene durch entstandene Brut weitergeben?
Andreas Kühn, 99439 Ettersburg

Antwort:
Die letzte Ihrer Vermutungen ist schon die richtige Antwort. Ein buckelbrütig gewordenes Volk kann sich unter natürlichen Bedingungen selbst nicht mehr retten. Aber das buckelbrütige Volk kann seine Gene durch die (aus den von Arbeitsbienen abgelegten unbefruchteten Eiern) schlüpfenden Drohnen noch an unbegattete Königinnen und deren daraus entstehende Nachkommen weitergeben. Auf diese Weise konnte sich auch die Fähigkeit, buckelbrütig zu werden, über die Jahrtausende weitervermehren und wurde von der Evolution eben nicht als „Sackgasse“ ausgeschlossen – wie man eigentlich annehmen würde.
Dr. Dorothea Kauhausen-Keller
dkk-bienenredaktion@t-online.de