9/2009: Tote Bienen im Futtertrog, was lief falsch?

Frage:
Bei der Fütterung mittels Stapelbox fand ich drei Tage später einen Klumpen aus Bienen und Stroh in der Flüssigkeit. Mir blutete das Herz – es kam mir vor, als wäre es das halbe Volk!
Was habe ich falsch gemacht? War zu wenig Stroh im Behälter? Oder kann man auch zu viel Stroh hineingeben, so dass die Bienen nicht ans Futter kommen?
Die Wände der Boxen sind relativ glatt; muss man eine Steighilfe geben? Anfangs habe ich beobachtet, dass die Bienen etwas rutschten.
Ich habe zweiräumige Völker; genügt es, Anfang August 21 Liter Sirup zu geben, oder verbrauchen die Völker bis zum Winter zu viel?
Bei weiteren zwei Völkern haben sich die Bienen am Deckel aufgekettet und vermutlich so aus der Box das Futter geholt. Hatten die auch zu wenig Stroh in der Box?
Winfried Baumhämmel
97638 Mellrichstadt

Antwort:
Es könnte sein, dass tatsächlich zu wenig Stroh in der Box war. Dieses sollte das Futtergefäß locker ausfüllen.
Bei neuen Gefäßen empfiehlt es sich, die Innenwände mit grobem Schmirgelpapier anzurauen. Nach dem Ersteinsatz haben die Bienen die Oberfläche aber so weit propolisiert und mit Wachs überzogen, dass das kein Problem mehr ist.
Die angegebene Menge könnte ausreichen, sollte aber Mitte September noch einmal kontrolliert werden. Als Faustregel gilt: Die mittleren 5 Waben in der zweiten Zarge müssen größtenteils verdeckelt sein.
Häufig ist das Aufketten genau das Problem: Wenn die Bienentraube herabfällt (besonders in kühlen Nächten!), landen die Bienen im Sirup, und keine noch so dicke Strohschicht kann sie retten.
Meine Beobachtung ist, dass die Bienenvölker verschiedene Strategien entwickeln, um an das Futter zu kommen. Manche laufen die Kastenwand hoch und klettern in den Eimer/die Box. Deshalb muss der Futterbehälter unbedingt Kontakt mit der Kastenwand haben! Der bei fast allen Plastikbe- hältern vorhandene Wulstrand erschwert den Bienen den direkten Einstieg oder macht ihn sogar ganz unmöglich.
Ich selbst verwende als Schwimmhilfen in den Futterbehältern sogenannte Luftpolsterfolien – siehe Tipp Seite 24. Beim Wiederbefüllen mache ich die Eimer bienenleer, fülle auf und lege die Folie wieder auf. Bisher hatte ich noch keine Toten im Futtereimer.
Die Folie muss gelegentlich erneuert werden, da die Bienen dran herumknabbern und die Luftpolster zerstören. Das ist aber kein Problem, da die Folie als Abfallmaterial praktisch nichts kostet. Bei einer Box mit größerer Oberfläche würde ich zu einer Noppenfolie mit etwas größeren Luftpolstern raten.
Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei