Bewirkt der Beflug von Goldregen giftigen Honig?

Frage:
In der Nähe meines Bienenstandes befinden sich mehrere Goldregenbäume (La­burnum). Mitte Mai blühten diese mit ihren schönen traubenförmig hängenden Schmetterlingsblütenständen sehr üppig. Die Bienen beflogen die Blüten sehr stark und trugen Nektar und Pollen ein. Der Goldregenbaum wird in allen seinen Teilen, besonders seinen Samen, als sehr giftig angesehen. Trifft dies auch für Nektar und Pollen zu? Dann wäre der Honig für den Verzehr ja nicht mehr geeignet und die ganze Honigernte nicht verwertbar. Bestehen in dieser Hinsicht Erkenntnisse? Gegebenenfalls wäre ich Ihnen für eine Mitteilung dankbar.
Martin Buch, Albertstraße 4, 57076 Siegen

Antwort:
Es ist nicht bekannt, ob der Nektar oder Pollen von Laburnum-Arten giftig ist. Laburnum anagyroides (Gemeiner Goldregen) wird in der entsprechenden Fachliteratur auch nicht als Trachtpflanze für Bienen geführt. Die Blätter dieser Pflanze enthalten Chinolizidinalkaloide, deren Gehalt während der Vegetationsperiode auf nahezu null sinkt. Im Samen finden sich 1 bis 3 % dieser toxischen Substanzen. Dabei stellt Cytisin das Hauptalkaloid. In höheren Dosen ist die Droge toxisch. Selbst wenn Bienen Laburnum-Arten befliegen, ist davon auszugehen, dass bei einer Schleuderung der Nektaranteil dieser Trachtpflanze nur einen verschwindend geringen Anteil an der gesamten Honigernte ausmacht. Gleiches gilt für den Pollenanteil im Honig. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass der Honig nach Verzehr gesundheitliche Probleme induziert.
Dr. Dr. Helmut Horn, Landesanstalt für Bienenkunde
August-von-Hartmann-Straße 13, 70593 Stuttgart