Bildet sich HMF beim Anrühren von Zuckerwasser?

Frage: Um meine Bienenvölker zu füttern, stellte ich in diesem Jahr das Winterfutter durch Auflösen von Haushaltszucker in Wasser selbst her. Um die 3:2-Zucker-Wasser-Mischung schneller zu lösen, verwendete ich warmes Wasser. Entsteht hierbei das für Bienen giftige HMF? Sollte man deshalb besser kaltes Wasser verwenden und einfach länger rühren?
Herbert Kesten
Dorfstr. 27, 37235 Hessisch Lichtenau
Herbert.Kesten@t-online.de

Antwort:
Obwohl es heute sehr gute fertige Futterlösungen für die Winterfütterung im Fachhandel gibt, wenden viele Imker nach wie vor die traditionelle und preiswerte Methode mit Kristallzuckerlösungen an. Für Zwischenfütterungen (Notfütterungen) und vor der eigentlichen Auffütterung empfiehlt sich eine 1:1-Lösung, für die Winterfütterung selbst ein Mischungsverhältnis von 3 Teilen Zucker in 2 Teilen Wasser (3:2, entspricht einer 60%-Futterlösung). Zur besseren Löslichkeit empfiehlt es sich, warmes Wasser zu verwenden.
Die Gefahr einer HMF-Bildung (Hydroxymethylfurfural) besteht hierbei nicht, da Haushaltszucker aus dem Doppelzucker Saccharose besteht. Anders ist es dagegen, wenn man den Kristallzucker durch Kochen und den Einsatz von Säuren teilweise in Fructose und Glucose spaltet (invertiert) – wie es teilweise in älterer Imkerliteratur empfohlen wird. Dies sollte unbedingt unterbleiben, da sich durch den Säurezusatz im Futtersirup dann tatsächlich das für Bienen giftige HMF bildet.
Bei Verwendung von Leitungswasser (Trinkwasserqualität) ist die Gefahr des Futterverderbs von Zucker-Wasser-Lösungen durch Schleimpilze (Froschlaichbakterium) gering. Vorsorglich sollten aber immer nur Futtermengen gegeben werden, die rasch von den Bienen abgenommen werden können. Sie sind stets frisch anzusetzen und unverzüglich zu verfüttern.
Dr. Alfred Schulz
Fachzentrum Bienen und Imkerei
Im Bannen 38 – 54, 56727 Mayen
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