Eignet sich Blütenhonig als Winterfutter?

Frage: Einige Imker in unserem Verein möchten gerne ihren überschüssigen älteren Blütenhonig zum Einfüttern verwenden. Wie sind die Mischungsverhältnisse Wasser zu Honig? Können die Bienen darauf überwintern? Wie steht es mit der Kristallisation in der Wabe?
Johann Wirich
imkerbaarwest@gmx.de

Antwort:
Älteren Blütenhonig zur Einfütterung zu verwenden, ist eine gute Idee. Nach Untersuchungen der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim können die Bienen auf solchem Futter gut überwintern. Die Kristallisationsneigung nimmt wegen der nochmaligen Verarbeitung (Zuckerspaltung) durch die Bienen ab. Bei der Fütterung gibt es zwei Wege.
1. Direktverfütterung des kandierten Honigs
Diese wenig aufwendige Methode bietet sich vor allem an, wenn man so früh damit beginnen kann wie dieses Jahr. Die Bienen brauchen etwas mehr Zeit, den Honig abzutragen, gehen dabei aber hervorragend in Brut. Dafür werden etwas weniger Vorräte angelegt. Den Honig sticht man aus und gibt ihn ins Futtergeschirr, das den Bienen frei zugänglich sein muss. Da sich der Honig häufig verflüssigt, wenn ihn die Bienen belagern, streut man obenauf einen Schwimmer in Form von Hobelspänen, Stroh, Laub oder ähnlichem. Die Eimer mit der jeweils einem Volk zustehenden Restmenge kann man auch einfach in ein Leermagazin über das mit einer Folie abgedeckte Volk stellen. Dadurch muss man nicht allen Honig ausstechen, was doch etwas Mühe macht.
2. Auflösen des Honigs in Wasser
Hierzu muss man den Honig zunächst etwas verflüssigen (Wärmeschrank oder Melitherm ohne Seihtuch). Dann rührt man nur wenig warmes Wasser hinzu, damit die Fließfähigkeit etwas verbessert wird. Circa 2 Liter je 12,5 kg-Eimer Honig genügen. Danach füttert man den Honigsirup in Portionen von maximal 5 Litern wie gewöhnliches Zuckerwasser. Das Problem bei Honigwasser liegt in der leichten Verderblichkeit. Deshalb keine zu großen Mengen anrühren und verabreichen.
Sind die Honigmengen nicht ganz so groß, kann man auch das Zuckerwasser mit Honig aufbessern. Dazu rührt man in das 1:1-Zuckerwasser etwa die halbe Menge des Zuckeranteils flüssigen Honig ein – z. B. 50 Liter Wasser, 50 kg Zucker und ca. 25 kg Honig. Das entspricht dann in etwa der für die Winterfütterung empfohlenen Zuckerwasserkonzentration von 3:2. Bei der Futtermenge pro Volk kommt es letztendlich auf die Konzentration der verwendeten Mischung an. Ich empfehle generell so lange zu füttern, bis die mittleren 5 Waben eines zweiräumigen Volkes gut verdeckelt sind.
Erwähnt werden muss noch, dass bei Honigfütterung die Räubereigefahr ansteigt. Es sollte deshalb immer erst abends gefüttert werden und möglichst alle Völker eines Standes gleichzeitig!
Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei
Regierungspräsidium Freiburg
Postfach, 79095 Freiburg
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