Fragen zur Puppenruhe bei der Königinnenzucht

Frage:
Unter Imkerkollegen diskutierten wir schon oft die Frage, warum die Puppenruhe bei der Königinnenzucht zwischen dem 9. und 11. Tag so wichtig ist. Bekannt ist, „dass das Leben der Weisel in dieser Zeit buchstäblich an einem Faden hängt“. Wann und wie wird dieser Faden von der Weisel hergestellt und welchen Zweck hat er? Ist er eine Nabelschnur, durch die noch Futtersaft angesaugt wird, oder ist er nur eine Aufhängung, damit die Weisel nicht mit dem Kopf auf dem Zellboden aufliegt?
Helmut Altmeyer
Saarbrücker Straße 69
66346 Püttlingen

Antwort:
Kurz nach dem Verdeckeln der Weiselzellen streckt sich die Larve und beginnt, mit einem Sekret ihrer Speicheldrüsen (Labialdrüsen) einen dünnen Faden zu spinnen, der zu einem die ganze Made einhüllenden Kokon verwoben wird. Die Nahrungsaufnahme der Larve ist zu dieser Zeit bereits endgültig abgeschlossen. Der Kokon dient als „Puppenwiege“, in der die heranreifende Biene während der Puppenphase ruht, ohne angebunden zu sein.
Während im Vorpuppenstadium noch intensive Bewegungen erfolgen und daher auch externe Erschütterungen relativ gut vertragen werden, erfordern die weit reichenden Veränderungen der inneren Organe eine völlige äußere Ruhe des Körpers während des Puppenstadiums. Diese kritische Entwicklungsphase, in der die Imker unbedingt jede Erschütterung der Königinnenzellen vermeiden müssen, währt etwa vom 6. bis zum 10. Tag nach dem Umlarven.
Dr. Ralph Büchler
LLH Bieneninstitut
Erlenstraße 9, 35274 Kirchhain
Email: ralph.buechler@llh.hessen.de