Milben, Gefahr für Wildbienen?

Unsere Leserin Barbara Stock freut sich, dass ihr Insektenhotel von Mauerbienen angenommen wurde, doch nun ist sie besorgt: Ich hatte Gelegenheit, Begattungen zu fotografieren, und musste bei der genaueren Betrachtung der Aufnahmen feststellen, dass eine Reihe der Mauerbienen Milben (?) hatten.
Meine Frage an Sie ist nun, um welche Art Milben es sich hier handelt und ob sie den Bestand der Population gefährden? Nach meiner unfachfraulichen Einschätzung handelt es sich nicht um die Varroamilbe.

Barbara Stock
Barbara Stock

Eine ähnliche Beobachtung hatte unser Autor Helmut Hintermeier schon im Heft 6/2015 (Seite 26) kommentiert. Zu den Fotos von Frau Stock schreibt er nun: Sie haben ganz richtig erkannt, dass es sich nicht um Varroamilben handelt. Sowohl bei Hummeln als auch bei einigen Wildbienenarten wurden schon verschiedene Milben entdeckt, darunter bei den auch Nisthilfen beziehenden Arten Hahnenfuß-Scheren­biene (Chelostoma florisomne), Rote Mauerbiene (Osmia rufa) und Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Als „Kommensale“ (Tischgenossen, die sich von Nahrungsrückständen des Wirtes ernähren) verzehren die Milben Pollenreste. Ist der schützende Kokon jedoch beschädigt, können sie aber auch Ruhelarven oder Puppen befallen. Im Frühjahr lassen sich die an die Männchen geklammerten Milben vermutlich zu neuen Nestern transportieren, wie auf Ihren Fotos der Gehörnten Mauerbienen zu erkennen ist. Eine Gefahr für Ihre Nisthilfenpopulation besteht jedoch nicht.