Sind Honigtauerzeuger schallempfindlich?

Frage: Seit 25 Jahren imkere ich in einem gesunden Waldgebiet der Obersteiermark (1.200 m Seehöhe), umgeben von Fichten, Lärchenwald mit wenig Laubbäumen (Ausnahme: Bergahorn-Frühtracht!). Trotz intensiver Beobachtung des Läusebefalls muss ich feststellen, dass der Befall der Bäume mit Honigtauspendern abnimmt. Ein Hinweis von Imkerkollegen: Wenn der Standplatz der Völker im starken Überflugverkehr liegt (und das ist bei mir der Fall), gibt es schlechte Waldtracht-Ergebnisse. Ich konnte dazu weder in der Literatur noch in anderen Imkerkreisen einen Hinweis finden.
Kann die „Beschallung“ der Läusekolonien einen Einfluss haben? Vielleicht können Fachleute aus Ihrem Kreis einen Hinweis finden?

Dr. Franz Leitinger
Steinberg 9
A-8812 Mariahof

Antwort:
Die Universität Hohenheim liegt im Schallbereich des auf den Fildern gelegenen Stuttgarter Flughafens. Die in Ost-West-Richtung startenden und landenden Flugzeuge überfliegen auch in der Nähe liegende Waldgebiete (Weidacher Höhe, Körschtal), die bei der seit 1977 laufenden Beobachtung der Honigtauerzeuger auf der Fichte – in zwei vom Fluglärm beschallten Waldstücken stehen auch Tannen – einbezogen sind. Wie anderswo treten die Honigtauerzeuger von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark auf mit dem Ergebnis, dass der Wald manchmal honigt und manchmal nicht. Besonders viel Honigtau fiel 2006 an. Ich habe nicht den Eindruck, dass der Flugbetrieb die Honigtauerzeuger negativ beeinflusst.

Dr. Gerhard Liebig
immelieb@uni-hohenheim.de