Tipps zum Nassenheider Verdunster

Der Beitrag von Bruno Becker über den Nassenheider Horizontal-Verdunster in Heft 6/2005, Seite 26 bis 27, hat noch einige Leseranfragen aufgeworfen, die der Autor hier beantwortet.

Wie funktioniert der Einsatz in Lagerbeuten?
Dieses Thema ist wohl tatsächlich bisher etwas zu kurz gekommen. Dabei gibt es für den Einsatz in Lagerbeuten zwei Varianten, je nachdem, wie der Honigraum angeordnet ist.
a. Honigraum über dem Brutraum:
Hier wird der Verdunster ähnlich wie im Magazin im leeren Honigraum auf die Brutwaben gestellt. Auch hierbei gilt, dass zwischen dem großflächigen Horizontaldocht und der Beutenwandung ringsherum 4 bis 5 cm frei bleiben müssen. Nur so können die Dämpfe optimal von allen Seiten in die Wabengassen eindringen.
b. Honigraum hinter dem Brutraum:
Insbesondere bei relativ breiten Beuten und fast ebenso breiten Fluglöchern, wie das bei Lagerbeuten oft üblich ist, zieht bei einer Wabenstellung im Kaltbau zu viel von den Ameisensäure-Dämpfen auf kurzem Weg aus dem Flugloch ab. Bringt man hierbei den Verdunster im Leerrähmchen auf einer Seite an, erhalten die weiter entfernten Waben zu wenig AS-Dämpfe. Man setzt daher nach der Honigwaben-Entnahme die Hinterstellwand, die den Brutraum vom leeren Honigraum abtrennt, etwas weiter zurück. In diesem Zwischenraum platziert man den Verdunster mit dem Leerrähmchen.

Sind Bruteinschränkungen zu befürchten?
Bei verschiedenen AS-Behandlungen, wie beispielsweise der Stoßbehandlung mit dem Schwammtuch, wird tatsächlich von Bruteinschränkungen oder gar Königinnenverlusten berichtet.
Gerade bei Temperaturen über 25 °C wird geraten, die Ameisensäure kühl aufzubringen bzw. die Fluglöcher weit zu öffnen.
Da beim Nassenheider Verdunster die AS-Konzentration langsam steigt und die Säure kontinuierlich abdunstet, sind diese Bedenken unbegründet.

Wann ist der richtige Behandlungszeitpunkt?
Bei mir sind Entnahme der letzten Honigwabe und eine Reizfuttergabe ein Arbeitsgang – schließlich soll die Legetätigkeit der Königin aufrechterhalten und gefördert werden. Da meine Völker Ende Juli noch relativ wenig Milben haben, hat die Behandlung Zeit bis Mitte August. Die Voraussetzungen dafür liefert die sehr zuverlässige Restentmilbung mit dem Nassenheider Verdunster, auch bei niedrigen Temperaturen im Oktober. Damit erübrigt sich für mich die Entmilbung während der Winterruhe – ich habe mit Milchsäure, Perizin und Oxalsäure keine Erfahrungen, weil ich sie nicht brauche. Bei anderen Voraussetzungen mag dies anders sein – allgemein gilt dann: So schnell wie möglich nach der Honigernte und ersten Futtergabe mit der AS-Sommer-Behandlung beginnen! Mir sagt der Gazerahmen, dass ich noch bedenkenlos warten kann.

Geht es nicht einfacher?
Manchen Imkern erscheint der Nassenheider Horizontal-Verdunster mit zwei Dochten zu kompliziert. Mein Rat: Nicht erst am letzten Tag auspacken, sondern schon vorher in Ruhe einmal zusammenbauen und ausprobieren. Man kann den Verdunster auch probeweise ohne Bienenkontakt mit Wasser füllen und ein paar Tage beobachten. Dann wird schnell klar, dass es gar nicht kompliziert ist. Man bekommt auch eine Vorstellung davon, wie der nasse Fleck später in der Beute je nach Temperatur und Luftfeuchte größer oder kleiner wird.
Die Frage kann nicht lauten „ob“, sondern „wie“ man mit Ameisensäure auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässige Ergebnisse erzielt.

Bruno Becker, Enzianweg 78, 14532 Stahnsdorf
www.bienen-becker.de