Unbekanntes Flugobjekt in der Beute

  Bei einer meiner letzten Bienenvölker-Durchsichten habe ich ein totes Insekt im Brutraum entdeckt, das von der Größe so manche Dimensionen sprengt (Foto links). Es ist bereits das dritte seiner Art, das ich so vorfand. Zum Teil waren sie noch ein Stück größer. Wer weiß, um welches Insekt es sich dabei handelt, fragt Rasso Schorer, Imkerverein Kaufering-Igling.

Antwort: Es handelt sich hier um den Totenkopfschwärmer, eine eigentlich um das Mittelmeer beheimatete Falterart, die aber im Frühjahr bis Sommer immer wieder auch weit nach Norden vordringt. Während sich die Raupen von Nachtschattengewächsen (insbesondere Kartoffel) ernähren, ist die bevorzugte Nahrung der Falter Bienenhonig. Deshalb dringen sie nachts in Bienenstöcke ein. Die großen Falter sind durch die Waben und chemische Stoffe so geschützt, dass sie von den Bienen kaum attackiert werden. Manchmal kann der Hinterleib des Falters durch das Honigmahl aber so sehr angeschwollen sein, dass er nicht mehr durch das Flugloch passt. Später findet der Imker dann die von den Bienen durch Propolis gegen Verwesung geschützte Leiche im Stock.
In unseren Breiten tauchen die imposanten Falter ohnehin nur selten auf und stellen daher kein Problem für Imker dar. Als Naturfreunde sollten wir diesen faszinierenden Wanderfaltern die wenigen Tropfen Honig gönnen. Alle bei uns einge-flogenen Totenkopfschwärmer fallen allerdings den Unbilden des Winters zum Opfer, während die Mehrzahl ihrer Nachkommen – ähnlich den Zugvögeln – bereits im September ihren weiten Flug nach Süden antritt.
Helmut Hintermeier