Unterscheiden sich Kalt- und Warmbau bei der AS-Verdampfung?

Frage: Wird der Wirkungsgrad und das Verhalten von Ameisensäure-Dämpfen (eventuell auch Oxalsäure-Dämpfen) durch die Wabenstellung zum Flugloch – Kalt- oder Warmbau – beeinflusst?

Heinz Herpertz
heinz.herpertz@t-online.de

Antwort:
Meines Wissens nach beeinflusst die Wabenstellung die Verdampfung und damit den Wirkungsgrad der organischen Säuren nicht – zumindest nicht relevant. Es sind vielmehr verschiedene Faktoren der Gesamtbeutenkonstruktion – Magazinbeute oder Hinterbehandlungskasten, flacher oder hoher Unterboden, Gitterboden ja oder nein bzw. offen oder zu, sonstige Freiräume sowie die Dichtheit der Beute – die neben der Temperatur einen deutlichen Einfluss auf die Wirkungsentfaltung der flüchtigen Säuren haben. Ebenso wie die verschiedenen Anwendungsformen, wie z. B. das Schwammtuch (von oben oder unten) sowie die unterschiedlichen Konstruktionen der Verdunster. Auch bei der Verwendung von Thymolpräparaten (Apiguard) kann die Wirkung durch zu üppige Raumbemessung, evtl. auch durch hohe Unterböden eingeschränkt werden. Entsprechend sollte man auf die Kenntnisse erfahrener Kollegen zurückgreifen bzw. die Verdunstungsmenge im Behandlungszeitraum und den Milbenabfall kontrollieren und mit den Angaben der Varroabekämpfungskonzepte vergleichen.
Um einen ausreichend hohen Ameisensäuregehalt in der Stockluft zu erreichen, muss der Gitterboden auf jeden Fall mit einem Bodenschieber geschlossen werden und im oberen Bereich über den Waben eher ein Verdunstungsraum (Leerzarge, umgedrehter Fütterer) vorhanden sein.

Imkermeister Werner Gekeler
Sternbergstraße 14
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