Verfälscht Zwischenfüttern den Honig?

Frage: Von meinen 15 Bienenvölkern hat eins die Honigräume voll, andere musste ich nachversorgen. Wie kann ich einerseits die Bienen nicht hungern lassen und andererseits eine Vermischung mit einer eventuellen Waldtracht vermeiden?
Alfred Hilmer, 94372 Rattiszell

Antwort: Im Bienenvolk sollten immer mindestens 5 kg Futtervorrat sein, d. h. mind. zwei Futterwaben am Rand des Brutnestes (oder im Honigraum darüber) und ein entsprechender Futterkranz.
Wird diese Menge unterschritten, sollte man Futterwaben, die man im Frühjahr aus dem überschüssigen Wintervorrat entnommen hat, einhängen oder Blütenhonig zufüttern. Eine Vermischung findet nicht statt, weil der unmittelbare Bedarf um das Brutnest deponiert wird und erst der Überschuss (evtl. Waldtracht) im Honig­raum eingelagert wird.
Von einer Notfütterung – wie in älterer Literatur beschrieben – mit Futtermaische/Feuchtzucker (Kristallzucker mit Honigzusatz) oder gar mit Flüssigfutter halte ich nichts. Im ersten Fall müssen die Bienen viel Wasser eintragen und nehmen zudem viele Zuckerkristalle gar nicht auf. Bei der Flüssigfütterung ist dagegen tatsächlich mit einer Honigverfälschung zu rechnen. Wer keinen Honig hat, nimmt am besten einen Fertigfutterteig.
Am besten fährt man beim Imkern mit dem Wahlspruch: Wer seinen Bienen reichlich gibt, bekommt auch reichlich zurück. Wer geizig ist, wird sparsam ernten!
Bruno Binder-Köllhofer