Vorschriften beim Honigverkauf an der Haustür

Frage: Ein befreundeter Imker gab mir den Rat, wenn ich zu viel Honig hätte, sollte ich es doch einfach so wie er machen, die umliegenden Orte abfahren, an Haustüren läuten und dort meinen Honig anbieten. Ist dies eigentlich erlaubt? Ich dachte, dazu bräuchte man eine Genehmigung.
Zum Glück habe ich bis jetzt noch keine Absatzschwierigkeiten.
Alban Schwarz
Im Kugelschlag 22, 92439 Bodenwöhr

Antwort:
Wenn eigenproduzierter Honig von Tür zu Tür verkauft wird, benötigt der Imker keine Reisegewerbekarte. Der Verkauf des eigenen Honigs muss also nicht bei einer Behörde angemeldet werden.
Begründung: Diese so genannte Urproduktion stellt kraft Herkommens – inzwischen Gewohnheitsrecht – kein Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung und sonstiger gewerberechtlicher Vorschriften dar. Als Urproduktion sind alle Tätigkeiten anzusehen, die der Gewinnung sogenannter roher Naturprodukte dienen. Zur Urproduktion gehört nach allgemeiner Auffassung auch der Verkauf selbst. Findet der Verkauf von Tür zu Tür statt – also im Reisegewerbe – entfällt gemäß Paragraf 55a Absatz I Nummer 2 Gewerbeordnung für selbst gewonnene Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, Gemüse-Obst-Gartenbau, der Geflügelzucht, Imkerei, Jagd und Fischerei die Reisegewerbekartenpflicht. Darüber hinaus ist alles andere anzeigepflichtig, etwa wenn der Honig zu einem anderen Produkt weiterverarbeitet wird oder wenn über einen bestimmten Umfang hinaus zugekaufte Ware mitverkauft wird. Informationen hierzu gibt es auch bei der zuständigen Gemeindeverwaltung.

Raphaela Weber
Hagellocher Weg 40, 72070 Tübingen