Wann hängt man welche Waben ins Volk?

Manfred Karl aus Ismaning ist seit acht Jahren Imker und hat zu diesem Thema gleich mehrere Fragen gestellt:

Wann werden Mittelwände in die Völker eingehängt?
Antwort: Sobald der erste Nektar eingetragen wird. Der kommt i. d. R. von der Weidenblüte.
1 – 2 alte oder sonstwie unbrauchbar gewordene Waben oder überschüssige Futterwaben werden entnommen. MW werden direkt neben dem Brutnest eingehängt, und ein Schwarm wird grundsätzlich nur mit MW ausgestattet.

Wann verwendet man besser ausgebaute Waben?
Antwort: Bei schwächeren Völkern oder wenn die zugehängte Wabe so rasch wie möglich bebrütet sein soll. Bei MW dauert das etwas länger. Auch zur Erweiterung gibt man in die Mitte ausgebaute Waben, außen MW. Die Waben locken das Volk in der Entwicklung nach oben. Ist es in die Waben hineingewachsen, beginnt es auch schon, die MW auszubauen. Jungvölker wachsen schneller, wenn man sie mit ausgebauten Waben –auch hellen, ausgeschleuderten – erweitert.

Wann sollen schon einmal bebrütete Waben eingehängt werden?
Antwort: Als Wabenkern im Erweiterungsmagazin, zur Auflockerung des Brutnestes bei schwarmtriebigen Völkern, bei Spättrachten, insbesondere Tannentracht.

Wann werden MW oder vorjährig ausgebaute Waben nicht angenommen?
Antwort: Bei Trachtlosigkeit, von Völkern mit alten Königinnen, nach der Sommersonnenwende und in Spättrachten, insbesondere bei Tannentracht.

Wann ist es ungünstig, überhaupt Waben oder MW in ein Volk zu hängen?
Antwort: Ganz allgemein bei Weisellosigkeit. Bei Altvölkern ab der Sommersonnenwende. Sie werden in der Magazinbetriebsweise nach der Honigentnahme nicht mehr erweitert, sondern nach und nach eingeengt. Anders bei der Schied-Betriebsweise im Dadant, hier bauen die Völker beim Füttern neue MW aus.
Armin Spürgin, armin.spuergin@rpf.bwl.de