Was lief bei meiner Doppelvolk-Betriebsweise nicht optimal?

Zwei Völker, zwei Königinnen in einer Beute. Das ist nicht ganz einfach und auch nicht unbedingt sinnvoll.

Jörg Behlen aus Ebsdorfergrund schrieb:
In der vergangenen Saison habe ich ein paar Völker mit zwei Königinnen als Doppelvölker geführt. Entstanden waren sie durch Sanierung von Schwachen über Absperrgitter ab Anfang März. Jedenfalls habe ich ein paar weitergeführt: unten gemeinsamer Ausflug, dann 2 × Brutraum + Honigraum + Absperrgitter + 2 × Brutraum + Honigraum.
Ab Ende Kirschblüte quollen die unteren Völker über, und die oberen hatten nur noch Pflegebienen. Was lief hier falsch? Müssen die oberen Völker vielleicht ein eigenes Flugloch bekommen? Könnte ich sie dann weiterhin nur durch ein Absperrgitter trennen? Oder benötige ich ein bienendichtes Trennschied mit Ausflug zwischen beiden Völkern?
Bruno Binder-Köllhofer antwortet: Bei der Doppelvolk-Betriebsweise werden allenfalls drei Bruträume geführt (BR, BR, ASG, BR, ASG, HR, HR). Die Bruträume müssen im direkten Kontakt bleiben und ein Brutnest“ bilden. Andernfalls wird im 1. Honigraum alles Futter abgelagert, und durch die Bienenmasse quillt auch der 2. Brutraum unten meist von Honig über, während in den oberen Räumen wenig bis nichts abgelagert wird.
Ein zweites Flugloch für die oberen Räume könnte möglicherweise helfen, die Sache etwas zu entspannen. Dagegen bringt ein bienendichtes Trennschied nichts, wenn man mehr Legeleistung und Verteilung von Ammenbienen erreichen will.
Um eigene Erfahrungen zu sammeln, habe ich vor Jahren ebenfalls Doppelvölker geführt. Sie erbrachten aber nicht etwa den doppelten, sondern allenfalls einen 1,3- bis 1,5-fachen Ertrag. Dafür aber fast den doppelten Arbeitsaufwand, aufgrund der höheren Brutzargenmenge. Bei den heutigen Trachtverhältnisse, Bruteigenschaften der Bienenvölker und den großräumigen Bienenkästen macht die Doppelvolk-Betriebsweise nicht wirklich Sinn!