Was tun mit honigfeuchten Waben?

Tobias Zipperle aus Tübingen, der seit dem letzten Jahr zwei Bienenvölker hält, fragt: Kann man die geschleuderten Waben der Sommerblüte direkt einlagern, oder sollte man sie vorher nochmals auf die Völker setzen und von den Bienen sauber ausschlecken lassen?
Wir haben uns zudem gefragt, ob man den unteren Brutraum nach dem Schleudern zwecks Wabenerneuerung gleich auflösen muss. Oder ist das erst im nächsten Jahr dran? Wenn ja: Wie macht man das am besten? Denn da ist ja noch einiges an Brut drin.

Fachberater Remigius Binder antwortet: Man sollte die ausgeschleuderten Waben auf keinen Fall direkt einlagern. Der darin enthaltene Resthonig zieht Wasser an und wird gärig. Man kann dies nach einiger Zeit auch riechen. Werden diese Waben im nächsten Frühjahr aufgesetzt, damit die Bienen darin Honig eintragen, besteht die Gefahr, dass dieser einen hohen Hefegehalt hat und später im Lagergebinde u. U. ebenfalls zum Gären neigt. Vor allem in Jahren wie in diesem Frühjahr, wenn aufgrund der Wetterbedingungen die Wassergehalte der gewonnenen Honige hoch sind.
Ich selbst lasse die geschleuderten Waben nach dem Auffüttern ausputzen. Um Räuberei zu vermeiden, setzt man sie abends auf und, um sie wieder zu entnehmen, ist eine Bienenflucht das ideale Gerät. Keinesfalls dürfen die Waben den Bienen im Freien zum Ausschlecken angeboten werden. Das führt ebenfalls zu Räuberei und ist laut Bienenseuchenverordnung verboten!
Bei der Wabenerneuerung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn man nach dem Abschleudern gleich die leeren Waben aus der untersten Zarge entfernt, kann man in der zweiten auch mit ausgeschleuderten Waben auffüllen – siehe z. B. die Monatsbetrachtung von Armin Spürgin in der August-Ausgabe.
Man kann die dunklen Waben aber auch später entnehmen – z. B. im Frühjahr, wenn die Bienen in der oberen Zarge sitzen. Einzelne dunkle Waben hängt man einfach an den Rand, dann werden sie nicht erneut bestiftet.