Was tun, wenn die Temperaturen bei der AS-Behandlung steigen?

  Melanie Kildau aus Hessen fragt: Als ich die Varroabehandlung Mitte Juli begonnen hatte, wurden auf der Internetseite www.varroawetter.de für meinen PLZ-Bereich zu hohe Temperaturen angezeigt. Kann man hier irgendwie entgegenwirken? Genügt es, die Beuten zu beschatten? Ich verwende den „Nassenheider Verdunster professional“, wie vorgeschrieben mit 60%iger Ameisensäure ad us vet. auf Völkern mit zwei Brutzargen mit einer Aufsatzzarge, die ich mit Pappe auf die Hälfte des Volumens reduziere.

Antwort: Eine Beschattung ist auf jeden Fall eine erste hilfreiche Maßnahme. Da beim „Nassenheider Verdunster professional“ die Ansaug- bzw. Durchflussmenge durch den Horizontaldocht relativ stabil bleibt, verdunstet auch bei hohen Temperaturen kaum mehr. Es dürft daher bis ca. 35 °C (Lufttemperatur) eher keine Probleme geben. Vor allem dann nicht, wenn der Verdunster schon im Volk steht, wenn die Temperaturen ansteigen, da es bei den Bienen auch einen gewissen Anpassungseffekt gibt. Kritisch bezüglich der Königinnenverluste sind extreme Überdosierungen (über als 50 % mehr als erforderlich).  Schockwirkungen gibt es am ehesten beim Einlegen eines Schwammtuches, bei dem schlagartig viel Säure verdunsten kann, wodurch es zum Einknäueln und Töten der Königin kommen kann.
Grundsätzlich sollte man bei Langzeitverdunstern nach 3 – 5 Tagen die verbrauchte Menge überprüfen. Bei Temperaturen über 30 °C sollte man zusätzlich das Volksverhalten beobachten und bei überstarkem Vorlagern der Bienen versuchen, die Bedingungen durch Entfernen des Flugkeils oder Herausziehen des Bodenschiebers zu verbessern. Notfalls kann man die Flasche des Verdunsters auch mit dem Transportdeckel verschließen und bei sinkenden Temperaturen erst wieder anschließen und die Behandlung fortsetzen.
Bruno.Binder-Koellhofer@llh.hessen.de