Welches MHD darf man angeben?

  Frage: Am Verkaufsstand eines Erwerbsimkers habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass als Mindesthaltbarkeits-Datum (MHD) auf seinen Honiggläsern „Ende 2016“ steht. Das wären 4 Jahre, da der Honig ja frühestens aus 2012 geerntet sein kann. Ist dies rechtlich korrekt?
Karin Schmidt
97789 Oberleichtersbach

Antwort: Es gibt keine festen Vorgaben, wie lange das Mindesthaltbarkeits-Datum bei Honig anzugeben ist. Jeder Produzent/In-Verkehr-Bringer hat dies selbst zu verantworten. Dies bedeutet, bei kühler, trockener, dunkler Lagerung beim Verbraucher müssen alle Parameter nach der Honig-Verordnung und, falls ins Imkerhonigglas abgefüllt wird, die der D.I.B.-Warenzeichensatzung bis zum angegebenen Datum erfüllt sein.
Von der fachlichen Beratung wurde lediglich die Empfehlung von zwei Jahren herausgegeben. Bei ungeeigneten Lagerbedingungen (Temperaturen über 15 °C) beim Imker können jedoch auch dann schon die geforderten Werte (Diastase bzw. Invertase oder HMF und Wassergehalt) nicht mehr vorhanden sein bzw. überschritten werden. Je größer der Zeitraum ist, umso wahrscheinlicher wird dies (siehe auch www.deutscherimkerbund.de – Downloads, Merkblätter Honiggewinnung)!
Auf folgendes sei noch hingewiesen: Auf den neuen Etiketten der Imker-Honiggläser ist das „L“ für die Loskennzeichnung entfallen. Hier muss in jedem Fall das taggenaue Datum für die Mindesthaltbarkeit angegeben werden. Auf Etiketten mit Loskennzeichnung kann man das MHD „bis Ende Monat/Jahr“ verwenden.
Bruno Binder-Köllhofer
Fachberater für Bienenzucht
Bruno.Binder-Koellhofer@llh.hessen.de