Wie unterscheiden sich verschiedene Futterarten?

Frage:
In unserem Imkerverein tauchte die Frage auf, wie denn die Trockenmassenanteile verschiedener Futterarten, wie Apiinvert oder Apifonda, im Vergleich zum Haushaltszucker sind.
Wilhelm.Fuhrlaender@gmx.net

Antwort:
Nimmt man 1 kg Haushaltszucker (auch Kristall-, Trocken-, Rüben- oder Rohrzucker genannt) als Bezugsgröße, so enthalten 1 kg Apifonda 92 % und 1 kg Apiinvert 73 % Trockenmassenanteile an Zucker. Ein Liter Apiinvert enthält 1 kg Zucker-Trockensubstanz.
Nun sind allerdings nicht so sehr die abso-luten Mengen relevant, sondern vielmehr, wie die Bienen die unterschiedlichen Zuckerarten verwerten und für das Winterfutter aufbereiten und einlagern können. Haushaltszucker (Saccharose) muss von den Bienen mithilfe von Fermenten aus ihrem Speichel in die beiden Bausteine Frucht- und Traubenzucker (Fructose und Glucose) gespalten (invertiert) werden. In den beiden anderen Futtermitteln liegen diese Zuckerarten teilweise schon invertiert vor.
Zur groben Orientierung kann man für die Praxis sagen, dass sich aus 20 kg Haushaltszucker, den man zur Wintereinfütterung gewöhnlich in einer Mischung von 3 Teilen Zucker zu 2 Teilen Wasser verfüttert, etwa 12 kg Winterfutter ergeben. Verwendet man dagegen Apiinvert oder einen anderen entsprechenden Sirup, lassen sich durch die geringeren Verarbeitungsverluste etwa 20 % an Zucker-Trockensubstanz einsparen. Da die Bienen Futterteige stärker verarbeiten und diese mit Wasser verdünnen müssen, liegt der Anteil an eingelagertem Winterfutter dort wiederum niedriger. Die Unterschiede sollte man beim Vergleich von Preis und Arbeitsaufwand berücksichtigen.
Bruno Binder-Köllhofer
Fachberater für Bienenzucht
Bieneninstitut
Erlenstraße 9, 35274 Kirchhain
Bruno.Binder-Koellhofer@llh.hessen.de