Wie vereinige und verjünge ich Völker in der Dadant-Beute?

Immer wieder erreichte uns die Bitte, auch auf die Dadant-Betriebsweise einzugehen. Wir haben den Berufsimker Christoph Koch gewonnen, Ihre Fragen zu Dadant zu beantworten. Die erste Antwort in dieser Rubrik finden Sie in der November-Ausgabe 2015, Seite 7.

 Klaus Grundler aus München fragt: Artikel zur praktischen Imkerei beschreiben häufig die Betriebsweise bei Magazinbeuten im Zander- oder DN-Maß. Da sich die Anweisungen aber nicht immer auf Großraumbeuten übertragen lassen und ich mit der 12er-Dadant-Beute imkere, stellt sich mir folgende Frage: Wie kann ich
in der Dadant-Beute zwei Jungvölker zu einem starken Volk vereinigen? Ist es sinnvoll, sie wie bei Zandermagazinen einfach aufeinander zu setzen? Oder hängt man die Brutwaben des einen Volkes einfach zu denen des anderen? Macht man dies mit ansitzenden Bienen oder stößt man diese zuerst ab?

Imkermeister Christoph Koch antwortet: Ich arbeite bei meiner Dadant-Betriebsweise zur Jungvölkervermehrung mit 6er-Ablegerkästen. Im Spätsommer – ab Anfang September bis Oktober – fange ich bei weniger starken Ablegern die Jung-Königinnen mit guten Anlagen heraus und weisle damit Altvölker um. Dazu wird die Altkönigin herausgenommen und die junge im gleichen Arbeitsgang im Ausfresskäfig zugegeben.
Die Ableger, welchen ich die Königinnen entnommen habe, lasse ich für kurze Zeit weisellos stehen, sodass sie zu brausen beginnen. Dann stoße ich die Bienen ab und verstärke mit den Waben andere Völker oder Ableger. Brut-, Deck- und Futterwaben werden dabei ins, ans bzw. außerhalb des Brutnestes eingehängt.
Man kann die Bienen entweder gleich vor das Flugloch abstoßen oder zunächst in die Ablegerbeute stoßen und danach alle zusammen vor das zu verstärkende Volk. Da ich auch bei den Ablegern Anflugbretter bis auf den Boden habe, krabbeln die Stockbienen ganz gemütlich in die Völker und werden dort auch reingelassen. Die Flugbienen betteln sich in die Nachbarvölker ein.
Von anderen Dadant-Imkern weiß ich, dass sie ihre Völker dadurch verjüngen, dass sie einen Ableger einfach „en bloc“ ins Brutnest des Altvolkes setzen. Dazu werden dort zuerst außen einige Waben entnommen und die alte Königin herausgesucht. Dann rückt man die Zen­tralwaben (mit der Brut) nach links und rechts und setzt den 4er- bis 6er-Block mit der neuen Königin einfach in die Mitte.
Dies sollte frühestens im September geschehen, da sonst die Jungkönigin gefährdet ist. Auch bei starken Völkern sollte man hierbei vorsichtig sein – wobei man diese ja eigentlich nicht verstärken muss.
Da ich selber sehr stark auf Waldtracht setze, brauche ich nicht unbedingt im Frühjahr super starke Völker. Für die Waldtracht sollten die Völker ihren Höhepunkt ja etwas später im Jahr haben. Daher ist für reine Frühtrachtimker letztere Variante der meinen eher vorzuziehen.

Christoph Koch