Wie verwendet man einen Zwischenboden?

Frage: Ich habe einen Zwischenboden mit vier Fluglöchern (zwei hinten/zwei vorne) und einem zentralen Durchgang. Den Durchgang kann man schließen oder öffnen, aber auch mit einem Absperrgitter, Riechgitter oder einer Bienenflucht versehen. Die Fluglöcher bieten verschiedene Auf-Zu-Kombinationen. Wie und wann verwendet man sie bzw. diesen Zwischenboden?

Hans-Georg Gehrmann
Fliedergarten 63
56564 Neuwied

Antwort:
Zwischenböden sind ein in einer Magazinimkerei unentbehrliches Hilfsmittel. Sie dienen wahlweise als Boden (dann mit Flugöffnung), als verschiedenartige Trennschiede (mit Bienenflucht, Absperrgitter oder Riechgitter) sowie auch als Deckel (dann mit abgedecktem bzw. geschlossenem Mitteldurchgang).
Man nutzt sie aber auch bei der Volksdurchsicht als Unterlage und Abdeckung für abgesetzte Magazine – so bleiben die Bienen ruhiger. In gleicher Weise zum Verschließen der in Zargen verstauten Honigwaben – so wird die Räuberei eingedämmt, und der Transport der Honigzargen ist hygienisch einwandfrei. Auch zur Ablegerbildung sind diese einfachen Beutenteile gut geeignet, da weniger sperrig und nicht so schwer wie die eigentlichen Böden und Deckel.
Spezialfunktionen erfüllen sie, wenn darin wie im vorliegenden Beispiel eine Öffnung vorhanden ist, in welcher Absperrgitter, Bienenflucht oder Lüftungs- bzw. Riechgitter eingelassen sind.

Alles in einem
Für ein freizügiges Imkern benötigt man diese Hilfsmittel in den verschiedenen Ausführungen und für jede Volkseinheit. Mit Universal-Zwischenböden, wie Herr Gehrmann einen besitzt, versucht man, diese Nutzungsmöglichkeiten zu vereinen. Vor allem in kleineren Imkereien leisten sie daher gute Dienste. Allerdings ist ein Universalzwischenboden doch verhältnismäßig teuer und muss jeweils umgerüstet werden. Lässt sich beim Honigwabentransport die große Öffnung doch nicht völlig verschließen, ist der Kfz-Kofferraum häufig dennoch verschmiert. Besser ist da schon ein festes Bodenbrett.

Nur riechen erlaubt
Außer den gebräuchlichen und eindeutigen Nutzungsmöglichkeiten gibt es einige besondere. So können Lüftungsgitter außer zur Wanderung auch als Riechgitter benutzt werden, wenn man z. B. im Frühjahr einem Schwächling bessere Entwicklungschancen geben will. Dieser wird einfach über Riechgitter oben auf ein starkes Volk gestellt, erhält ein eigenes Flugloch und wird später wieder abgesetzt.
Das funktioniert aber auch zum Zwecke der Vereinigung. Nach der Kontaktaufnahme der beiden Einheiten wird die weniger geeignete Königin samt dem Gitter entfernt. Allerdings geht das auch mit einem Absperrgitter, wobei keine zusätzliche Ausflugöffnung gebraucht wird und beide Königinnen weiterhin in Eiablage bleiben können.
Auch zur Einweiselung lässt sich ein Riechgitter einsetzen: In eine Zarge über einem Volk kommen zwei Deckwaben und zwei Brutwaben – bienenfrei, nur schlüpfende Brut! Nun klemmt man den geöffneten Versandkäfig zwischen die Waben. Die Königin wird zunächst von den Begleitbienen und bald darauf von den Jungbienen versorgt. Die Wärmeversorgung erfolgt durch das Gitter. Erst nach ca. fünf Tagen wird eine sehr kleine Flugöffnung freigegeben.

Doppelt hält besser
Abschließend soll noch eine mögliche Nutzung der „Flugloch-Vielfalt“ eines Universalzwischenbodens beschrieben werden:
Zur Schwarmverhinderung wird ein Flugling mit zwei Brut-, einer Honig- und mehreren Leerwaben auf dem Beutenboden gebildet. Darauf kommt die Einheit mit der schwarmlustigen Stockmutter (Schwarmzellen ausbrechen!) und erhält das vordere obere Flugloch des Zwischenbodens.
Nach ein paar Tagen sollen der noch immer starken Stockmutter-Einheit noch mehr Bienen entzogen werden. Für sie wird daher jetzt das hintere obere Flugloch geöffnet.
Vorne wird das obere geschlossen und das untere geöffnet. Die nun hinten abfliegenden, aber vorne eingeflogenen Flugbienen gelangen bei der Rückkehr über das untere Flugloch nun ebenfalls in den Flugling.

Imkermeister Werner Gekeler
Sternbergstraße 14
72525 Münsingen