Wieso bauen die Bienen von unten nach oben?

  Frage: Als ich die Futtereimer aus den Stöcken entnahm, war ich überrascht, dass der Wabenbau nicht nur von oben nach unten, sondern auch umgekehrt von unten nach oben errichtet wird. Vielleicht ist die lang anhaltende Waldtracht bei uns im Schwarzwald der Auslöser für „Bauen in alle Richtungen. Wie kann man das Verhalten erklären?
Jörg Potschaske, 78126 Königsfeld
Antwort: Uns in der Redaktion haben die Bienen auch schon derart in der Futterzarge gebaut. Möglicherweise wollen die Bienen das Futter zu dieser Jahreszeit möglichst nahe an ihrem Wintersitz einlagern. Man beobachtet es aber auch im Frühjahr, wenn man nur Leerrähmchen als Honigraum aufsetzt. Wenn der „Bienendruck“ nicht ausreicht, dass ihn die Bienen gleich besiedeln und sich oben aufketten, entstehen Wabenzungen unten auf den Rähmchenunterträgern. Aber auch die Überbauungen auf den Rähmchenoberträgern werden ja oben aufgesetzt. Offenbar genügt den Bienen die Schwerkraftrichtung als Orientierungshilfe. Die Waben müssen ja nicht von oben nach unten hängen. Sie können ebenso gut, zumindest so lange sie klein und leer und damit leicht sind, stehend aufgebaut werden. Voraussetzung ist, wie auch beim „normalen“ Wabenbau, dass ein reichlicher Futterstrom herrscht.
Man findet im Internet Beispiele, wie Imker die Bienen zu einem schöpferischen Wabenbau anregen, sei es in der Ummantelung von Vasen, und anderen Gegenständen oder dem Füllen von Glasglocken. Auch wenn man den Bienen Deckelwachs in einer Leerzarge reicht, bauen sie in diese oft Waben. Sogar ohne Schwerkraft bauen die Bienen,
dann allerdings recht wirr. Und sie legen dabei sogar Brut an, wie ein Bienenvolk 1984 im Weltraum bewiesen hat, das die NASA mitgenommen hatte.
red.