Gene gegen Varroa?

Seit langem wird in der Humanmedizin an Gentherapie geforscht. So können nicht erwünschte Gene stillgelegt werden (Gene Silencing) um Krankheiten auszuschalten. Erste Medikamente gehen bereits in klinische Tests. Die Nebenwirkungen stellen aber noch ein Problem dar.

Bienen könnten über ihr Futter ein Gen-Medikament gegen die Varroa aufnehmen. Foto: Gilbert Brockmann
Bienen könnten über ihr Futter ein Gen-Medikament gegen die Varroa aufnehmen. Foto: Gilbert Brockmann

 

Die Gen-Stummschaltung soll auch bei den Honigbienen eingesetzt werden. Sie sollen aus eigener Kraft mit körpereigenen Eiweißmolekülen (reaktive Peptide) gegen die Varroamilbe und begleitende Erreger wie Viren ankämpfen können. Die Schlüsseltechnologie hinter dem Verfahren ist die RNA-Interferenz-Technik (RNAi-Technik). Sie basiert auf einem natürlichen Regelmechanismus, für dessen Entdeckung 2006 der Nobelpreis für Physiologie/Medizin vergeben wurde. Konzerne wie Monsanto entwickeln nun Stoffe, in denen Biomoleküle gezielt einzelne Gene ausschalten. Dadurch soll auch die Varroa bekämpft werden. Die Bienen nehmen über Zuckerwasser eine spezielle RNA auf. Diese verhindert bei den Varroamilben die Bildung eines überlebenswichtigen Proteins, die Milbe stirbt. Soweit die Forschung. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, soll die Methode in fünf Jahren marktreif sein. Das Varroa-Medikament käme dann von einem Unternehmen, das über seine Pestizide (Neonicotinoide) zum Bienensterben beiträgt.

gbr