Asiatische Hornisse: Was Imker wissen müssen

Nachdem Mitte Oktober in Hessen eine Asiatische Hornisse gefunden wurde, waren viel Imker beunruhigt. Wir sagen, wie man sie erkennt und wie gefährlich sie wirklich für die Bienen sind.

Die Asiatische Hornisse ist im Gegensatz zur Europäischen Hornisse dunkel, hat aber einen gelben Kopf. Foto: stock.adobe.com
Die Asiatische Hornisse hat im Gegensatz zur Europäischen Hornisse einen deunklen Hinterleib, die Vorderseite des Kopfes ist orange. Foto: stock.adobe.com

Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland seit ihrer Einschleppung aus Asien nur langsam aus. Obwohl sie sich hauptsächlich von Bienen ernährt, halten sich Schäden an Bienenvölkern noch in Grenzen.

Wie erkenne ich die Asiatische Hornisse?

Die Hornisse hat eine schwarze Grundfärbung und orange bis gelbe Streifen am Hinterleib. Auffällig: Ihre Beine sind gelb, der vordere Teil des Kopfes orange. Sie hat eine Körpergröße von 24 Millimetern und ist somit etwas kleiner als die bei uns heimische Europäische Hornisse. Die Asiatische Hornisse baut ihre Nester hoch oben in Baumkronen aus zerkauten Holzfasern, die aussehen wie runde Ballons. Sie haben einen Durchmesser von etwa 60 Zentimetern. Darin tummeln sich im Sommer 1.000 bis 2.000 Arbeiterinnen. Ähnlich wie die Europäische Hornisse sticht die Asiatische nur, wenn sie bedroht wird.

Asiatische Hornisse verbreitet sich langsam

Die Hornisse Vespa velutina ist in Asien heimisch. 2004 wurde sie von China nach Südwestfrankreich eingeschleppt – vermutlich mit einer Warenlieferung. Von dort hat sich die Hornisse vor allem in die südlichen Nachbarländer Spanien und Italien ausgebreitet. In Deutschland wurde die asiatische Hornisse bisher nur in Baden-Württemberg und jetzt in Hessen gesichtet. Experte Dr. Fabian Nürnberger vermutet, dass es den Hornissen in Deutschland zu kalt ist. Deshalb breitet sie sich langsamer aus. Es kann aber immer wieder lokale Funde geben, da die Königinnen in Holz, Gemüse oder Imkerausrüstung überwintern können. So können Menschen die Hornisse unbewusst verbreiten.

Asiatische Hornisse frisst Bienen

Die Hornissen sind Allesfresser, bevorzugen aber andere Insekten. Sie fressen zu 80% Bienen, aber auch Fliegen oder Käfer. Die Bienen jagen sie gezielt: Sie lauern im Schwebeflug vor den Fluglöchern und fangen heimkehrende Flugbienen ab. Auch wenn oft mehrere Hornissen vor den Bienenstöcken warten, jagen sie allein, nicht gemeinschaftlich. Eine Hornisse kann bis zu sechs Bienen pro Stunde fangen. Die Bienen merken, wenn sie stark gejagt werden und stellen ihren Flugbetrieb ein. Die Hornissen wollen dann in den Stock eindringen und kämpfen am Flugloch mit den Wächterbienen. Doch die Asiatische Hornisse besucht auch Blüten für Nektar und sammelt Fruchtsaft an Obst.

Hornisse noch keine Gefahr für Honigbienen in Deutschland

Solange die Asiatische Hornisse in Deutschland nicht stark verbreitet ist, kann sie Bienenvölker nicht ernsthaft schaden. Im Höchstfall wurden sieben Hornissen gleichzeitig vor einem Stock gesichtet – in Frankreich waren es bis zu 15 Hornissen. „Eine systematische Bekämpfung der invasiven asiatischen Hornisse ist daher in Deutschland nicht notwendig“, meint Fabian Nürnberger vom Lehrstuhl für Tierökologie der Universität Würzburg.

Ein Imker aus Südwestfrankreich postet kürzlich folgendes Video auf Facebook. Es zeigt asiatische Hornissen, die das Flugloch belagern. Nur eine Sperre mit kleinen Löchern, hindert sie daran, in den Stock einzudringen.

Depuis une semaine les frelons arrivent en masse sur nos ruches 😠 ce matin ils ont tuer encore une ruche. Il faut continuer à piéger jusqu'à fin novembre et détruire les nos.

Gepostet von Le Rucher du Marandou – Abeille / Miel – Dordogne am Dienstag, 29. Oktober 2019

Was Imker tun können – und was nicht

Mit Hecken oder Ästen vor den Fluglöchern können Imker die Hornissen bei der Bienenjagd behindern. Im französischen Fachhandel gibt es zudem Lochbleche mit 5,5 Millimeter großen Öffnungen. Sie wirken wie Mäusegitter: Die Bienen können durchschlüpfen, während die Hornissen zu groß sind. Starke, gesunde Völker können sich grundsätzlich besser gegen die Eindringlinge wehren. In Frankreich haben Imker versucht, die Asiatische Hornisse mit Fallen zu vergiften. Futtersirup mit Insektiziden sollten die Hornissen anlocken. Dabei wurden aber auch andere Insekten wie die geschützte heimische Hornisse vergiftet. Also keinesfalls nachmachen.

Wer hat die Asiatische Hornisse gesehen?

Ein Forscherteam der Universität Würzburg untersucht die Verbreitung der Hornisse in Deutschland. Wer die Asiatische Hornisse gesehen hat, kann einen Online-Fragebogen ausfüllen. Alternativ gibt es einen Download, der ausgedruckt werden kann.

Einen ausführlichen Bericht zur asiatischen Hornisse findest du in der November-Ausgabe der bienen&natur.

bbu/29.10.2019