Berühmte Imker: Von Aristoteles bis Di Caprio

George Washington, Morgan Freeman oder Johann Wolfgang von Goethe: Es gibt viele berühmte Imker. Manche mochten gern Honig, andere die Entspannung beim Imkern. Wir stellen sie vor.

Aristoteles war Imker und sah, dass die Bienen tanzten. Weitere berühmte Imker sind George Washington oder Morgan Freeman. Fotos: Daniel Prudek - stock.adobe.com / belleepok - stock.adobe.com
Aristoteles war Imker und sah, dass die Bienen tanzten. Weitere berühmte Imker sind George Washington oder Morgan Freeman. Fotos: Daniel Prudek – stock.adobe.com / belleepok – stock.adobe.com

Woher kam eigentlich der Honig im “Land, wo Milch und Honig fließen”? Wie kam Ikarus zum Wachs, mit dem der sich die Federn anklebte, um zur Sonne zu fliegen? Schon in der Antike gab es berühmte Imker wie Aristoteles oder Hippokrates. Zu den heute bekannten Persönlichkeiten, die imkertn, zählen auch zwei der ersten US-Präsidenten. Der Schauspieler Leonardo Di Caprio hält Bienen, nicht nur um der Umwelt zu helfen, sondern auch weil er sich bei Bienen gut entspannen kann. Wir stellen einige berühmte Imkerpersönlichkeiten vor.

Bekannte Imker aus der Antike

Aristoteles

Der Philosoph imkerte in einfachen Beuten und studierte die Bienen. Er ging davon aus, dass Bienen, die einen Stachel haben, männlich sind. Schließlich waren zu seiner Zeit nur Männer bewaffnet. Außerdem dachte er, die Königin sei männlich – also ein König. Die Emanzipation hatte 300 v. Chr. noch einen weiten Weg vor sich…  Diese Annahmen hielten sich lange. Genauso wie seine Vermutung, Bienen würden sieben Jahre alt werden – dabei sind es oft nur sieben Wochen. Er entdeckte jedoch schon, dass Bienen tanzen, um zu kommunizieren und dass sie immer die gleichen Blüten besuchen.

Hippokrates

Der griechische Arzt gilt als Vater der modernen, wissenschaftlichen Medizin. Er hatte selbst auch Bienen und behandelte Patienten mit Honig. Dieser sollte bei Fieber, Kopfschmerzen, offenen Wunden oder Geschwüren helfen. Dazu vermischte er Honig häufig mit Essig oder Alkohol. Zudem experimentierte er mit Bienengift bei Gelenkentzündungen.

Pythagoras

Ob Pythagoras seine Bienen in Dreiecken aufstellte und so auf seinen berühmte “Satz des Pythagoras” kam, ist nicht überliefert. Bekannt war der Philosoph für seine vegetarische Ernährung. Dazu aß er wohl viel Honig und löste ihn auch in Wein auf. Seine Anhänger sollen angeblich nur Brot und Honig gegessen haben. Ob das stimmt? Die Griechen hätten dann große Mengen an Honig ernten müssen.

Dichter und Denker als berühmte Imker

Wilhelm Busch

Der Schöpfer von Max und Moritz wuchs in einer Imkerfamilie auf. Sein Onkel war Pastor und Bienenzüchter. Er brachte Wilhelm und seinem Bruder Otto das Imkern bei. Im Jahr 1853 soll Wilhelm Busch sogar überlegt haben, nach Brasilien auszuwandern, um dort Bienen zu züchten. Der Dichter schrieb auch Beiträge für das „Bienenwirtschaftliche Centralblatt“. Später erschien seine Bildergeschichte „Schnurrdiburr oder Die Bienen“, in der er ebenfalls über Beobachtungen an den Bienen schrieb.

Johann Wolfgang von Goethe

Goethe war nicht nur Dichter, sondern auch Naturforscher. Mit seiner Frau hielt er im Garten in Weimar Bienen. Die Bienen inspirierten ihn immer wieder zu Vergleichen oder Gedichten. Ein Beispiel:

Ein Blumenglöckchen vom Boden hervor
War fröhlich gesprossen im lieblichen Flor.
Da kam ein Bienlein und naschte fein –
– oh, die müssen wohl beide füreinander sein!

Wären doch nur alle Goethe-Texte so leicht und schön zu lesen…

Sherlock Holmes

Auch der legendäre Roman-Detektiv imkerte in seinem Ruhestand. Macht Sinn: Wenn er Königinnen so gut findet, wie Mörder und Diebe, imkert es sich schnell. Im Film “Mr. Holmes”, der im Jahr 1947 spielt, sieht man, wie er noch im stolzen Alter von 93 Jahren Bienen züchtet. Sherlock warnt seinen Schüler Roger gern, dass die Bienen „beißen“ – also stechen. Der Film “Mr. Holmes” erschien 2015 und basiert auf Mitch Cullins Roman „A slight trick oft he mind“.

Königin statt Präsident: Politiker als Imker

George Washington

Der erste Präsident der Vereinigten Staaten hielt Bienen am Mount Vernon. Es gibt nicht viele Aufzeichnungen, die belegen, dass er geimkert hat – dafür einige, dass er Honig zugekauft hat. Diesen hat er wohl gerne mit Pfannkuchen und Butter gegessen. Washington soll schon in Kästen statt Körben geimkert haben. Dokumente aus dem Juli 1787 belegen, dass er 500 Nägel bestellte, um ein Bienenhaus für seine First Ladies zu bauen.

Thomas Jefferson

War nicht nur dritter Präsident der Vereinigten Statten und verfasste die Unabhängigkeitserklärung, sondern auch Landwirt und Imker. Er soll bis zu 40 Völker gehabt haben, was damals ziemlich viel war. Jefferson schrieb auch auf, wie Indianer die Bienen nannten: Die Fliege des weißen Mannes. Zudem schrieb er über stachellose Bienen in Südamerika, die Meliponen.

Sarah Wiener

Wiener kann wirklich alles. Bekannt wurde sie als Köchin, mittlerweile ist sitzt sie als Politikerin im Europa-Parlament. Auf ihrem Bio-Bauernhof hält sie außerdem acht Bienenvölker, die alle Namen haben: Oglala, Athos, Marta oder Mr. Bien. Wiener imkert naturnah, lässt die Bienen auch schwärmen, wenn sie wollen. Von den Tierchen ist sie so fasziniert, dass sie 2019 das Buch „Bienenleben – Vom Glück, Teil der Natur zu sein“ geschrieben hat.

Drama am Bienenstock: Auch Schauspieler imkern

Morgan Freeman

In der Komödie “Bruce Allmächtig” spielt Morgan Freeman Gott. Somit haben wir den Beweis, dass auch Gott imkert. Wie hätte es anders sein können? Denn im wahren Leben hält Freeman auf seiner Ranch in Mississippi seit 2014 Bienen. Zudem hat er auf 50 Hektar eine Oase für Wildbienen gestaltet. In einem Interview erzählte Freeman, dass er beim imkern keinen Anzug trägt und „eins mit den Bienen“ sein will.

Matt Damon

In der Bourne-Reihe spielt Matt Damon einen verfolgten Geheimagenten, als Soldat James Ryan befreit er Europa von den Nazis. Bei so actionreichen Rollen ist die Imkerei das richtige Hobby, um etwas zu entspannen. Damon hat das Imkern als Kind von seinem Opa gelernt. Da er viel unterwegs ist, hat er einen Imker angestellt, der sich in Florida um seine Bienen kümmert. Auf diesen Job sind wir fast neidisch.

Leonardo Di Caprio

Noch ein Schauspieler, der imkert. Zu den Bienen kam Di Caprio über seinen Stiefvater, der Hobby-Imker ist. Der merkte, dass der Schauspieler vor den Oscar-Verleihungen 2016 gestresst war. Deshalb nahm er ihn mit zu den Bienen. Dort konnte der Di Caprio abschalten und entspannen. Mit dem Oscar hat es dann ja auch geklappt. Seither hält er selbst eigene Völker im Garten.

Scarlett Johansson

„Sam, die Bienen sterben – wir müssen etwas tun“, soll die Schaupielerin bei Dreharbeiten zu ihrem Kollegen Samuel L. Jackson gesagt haben. Also schenkte Jackson ihr 2008 ein Bienenvolk zu Hochzeit. Seither imkert Johansson, die ihre Haut gerne mit eigenem Honig eincremt. Das hat dem Model offensichtlich nicht geschadet.

Henry Fonda

Wieso hieß Fondas bekanntester Film eigentlich nicht „Summ mir das Lied vom Tod“? Immerhin war der Schauspieler auch Imker. Er erntete in Los Angeles Honig von Zitronen- und Orangenbäumen und verschenkte diesen mit der Aufschrift „Henrys Honey“ an seine Kollegen. Die Begeisterung gab er wohl weiter: Sein Sohn spielte im Drama Ulee’s Gold einen Kriegsveteranen, der auch imkert. Für diese Rolle erhielt er den Golden-Globe-Award.

Mit Honig auf den Mount Everest: Weitere berühmte Imker

Sir Edmund Hillary

Hillary kletterte als erster Mensch auf den Gipfel des Mount Everest. Dabei war er eigentlich Berufsimker, denn mit seinem Bruder Rex hatte er in Neuseeland 1.400 Völker. Zum Glück musste er die Bienen nur im neuseeländischen Sommer betreuen. So konnte er im Winter – auf der Nordhalbkugel war nun Sommer – Bergsteigen gehen. Hillary berichtete, dass er auf seiner Mount-Everest-Expedition eine 5-Pfund-Dose Honig dabei hatte. Besser als jeder Powerriegel.

Georg Johann Mendel

Obwohl Mönche selten Väter werden, gilt Mendel als Vater der Genetik. Er kreuzte Erbsen und stellte seine Vererbungstheorien auf. Mendel hatte im Kloster ein Bienenhaus mit 15 Völkern und versuchte, bessere Bienen zu züchten – erfolglos. Er konnte die Genetik der Honigbienen nicht entschlüsseln. Erst Generationen später fand man heraus, dass Drohnen keinen Vater haben und viele Arbeiterinnen auch Halbschwestern sein können.

Max Schmeling

Der Boxweltmeister war nicht nur ein Experte im Ring, sondern auch am Stockmeißel. Er imkerte mit zehn Völkern in Kuntzschbeuten in seinem Bienenhaus am Scharmützelsee. „Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“, so beschrieb Muhammad Ali seinen Boxstil. Dabei könnte man das Gehüpfe der Boxer auch mit dem Schwänzeltanz vergleichen.

Wir wissen natürlich nicht, ob diese Persönlichkeiten besonders gute Imker sind oder waren. Es ist aber beeindruckend, dass viele Philosophen und Universalgelehrte in den Bienen eine Erfüllung gefunden haben. Die Liste lässt sich natürlich noch erweitern. Kennst Du noch weitere berühmte Imker?

bbu/14.11.19

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