Corona: 15 Dinge, die Imker während des Lockdowns machen können

Lockdown wegen Corona - was nun? Wir zeigen, welche Arbeiten und Unterhaltungen für Imker jetzt Abwechslung in den Alltag bringen.

Jetzt ist eine gute Zeit, um Kerzen für Weihnachten zu gießen. Dabei kann man auch bei den Formen variieren: man mögen lieber Stumpenkerzen, andere künstlerische Tiere. Fotos: Boris Bücheler
Jetzt ist eine gute Zeit, um Kerzen für Weihnachten zu gießen. Dabei kann man auch bei den Formen variieren: Manche mögen lieber Stumpenkerzen, andere künstlerische Tiere. Foto: Boris Bücheler

Die Wirtshäuser sind wieder zu, Freunde treffen geht auch nicht und wegen Corona sind viele wieder im Homeoffice. Damit euch nicht langweilig wird, haben wir Tipps zusammengestellt, was ihr zuhause machen könnt – schließlich haben wir Imker immer etwas zu tun.

Was Imker während des Corona-Lockdowns machen können

Winterbehandlung bei den Bienen
Sobald die Bienen brutfrei sind, sollte man die Winterbehandlung machen. So können die Bienen mit möglichst wenigen Milben ins nächste Bienenjahr starten. In Deutschland dürfen wir hierfür Oxalsäure träufeln oder sprühen, Imker in Österreich und der Schweiz dürfen sie auch verdampfen. Warum das so ist und wie die Säure wirkt, könnt Ihr hier nachlesen: Oxalsäure sprühen, träufeln, verdampfen – was ist erlaubt?
Zudem haben wir eine Anleitung zur Winterbehandlung: Oxalsäure träufeln im Winter – so geht’s
Experimentieren: Was bringt eine Wärmebildkamera?
Doch woher weiß man bei der Winterbehandlung eigentlich, dass die Bienen brutfrei sind? Die meisten Völker gehen beim ersten Frost aus der Brut, haben also drei Wochen später keine Brut mehr. Überprüfen kann man das mit einer Wärmebildkamera, die Temperaturen misst. Die Bienen heizen nämlich mehr, wenn sie brüten. Weshalb also nicht mal eine Wärmebildkamera testen? Immer mehr Smartphones haben eine solche bereits integriert, alternativ kann man sie als Aufsteckset nachrüsten. Ansonsten kann man sich für den Anfang auch eine Wärmebildkamera leihen – Jäger haben oft welche.
Hier findet ihr eine Anleitung, wie man mit einer Wärmebildkamera auch herausfinden kann, ob die Bienen noch genug Futter haben: Mit Wärmebildkamera Bienen kontrollieren 
Wachsarbeiten: Waben sortieren, einschmelzen, Wachskreislauf aufbauen
Wachs wird ein immer wichtigeres Thema. Seit den jüngsten Wachsverfälschungen setzen immer mehr Imker auf einen eigenen Wachskreislauf. Wir erklären, wie man Waben richtig sortiert und wie ein offener Wachskreislauf funktioniert: Eigener Wachskreislauf – so geht’s. Wer es also noch nicht gemacht hat, kann seine Altwaben noch einschmelzen oder das Deckelwachs auslassen. Für diese typische Winterarbeit braucht man viel Zeit – Zeit, die man nun hat. Wie ihr das Wachs reinigt, erfahrt ihr hier: Wachs säubern für Mittelwände und Kerzen
Kerzen und Christbaumanhänger gießen
Trotz Corona wollen wir auch irgendwann in eine weihnachtliche Stimmung kommen – ein Adventskranz kann dabei helfen. Auch sonst sorgen duftende Bienenwachskerzen für eine heimelige Atomsphäre. Zum Glück sitzen wir Imker an der Quelle und können unsere Kerzen selber machen. Doch aus dem Wachs lassen sich nicht nur Kerzen fertigen; Christbaumanhänger aus Bienenwachs verschönern in der Weihnachtszeit jeden Tannenbaum. Wir haben eine Anleitung, wie Du Kerzen gießen kannst: DIY – Kerzen selber gießen
Lebkuchen mit Honig für die Adventszeit backen
Man wundert sich jedes Jahr aufs Neue, wie schnell das Jahr doch vorangeschritten ist, wenn sich an der Supermarktkasse wieder die Lebkuchen-Schachteln türmen. Was die wenigsten wissen: Honig war früher eine elementare Zutat für die Leckerei. Also eine gute Zeit, um mal Lebkuchen mit eigenem Honig zu backen. Wir haben ein Rezept: Lebkuchen mit Honig selber backen
Euch ist aufgefallen, dass ihr doch zu viel Mehl gehamstert habt? Kein Problem. Wir haben weitere Rezepte mit Honig: Rezept zu Bienenstich auf Joghurt. Da erfahrt ihr auch, woher der süße Mandelkuchen seinen Namen hat. Wer mit einer längeren Ausgangssperre rechnet und noch haltbare Leckereien braucht, kann sich auch Müsliriegel backen: Müsilriegel mit Honig selber machen – mit Video
Honig cremig rühren und abfüllen
Während des ersten Lockdowns haben viele Imker extrem viel Honig verkauft. Die Gründe: Womöglich haben die Menschen auch Honig gehamstert oder wollten sich auch bewusster und gesünder ernähren. Zudem hatten im Homeoffice viele Leute einfach mehr Zeit zu frühstücken. Uns Imkern soll’s recht sein, schließlich sind die Lager ja oft noch voll. Honig abfüllen ist also eine gute Beschäftigung, wenn einem langweilig ist. Falls ihr euren Blütenhonig cremig rühren wollt, haben wir Tipps und Methoden für Imkereien verschiedener Größe: Honig impfen und cremig rühren. Cremiger Honig lässt sich im Kühlen auch länger im Glas lagern, ohne dass er sich verändert.
Werkstattarbeiten: Beuten flicken, Zargen streichen
Noch eine typische Winterarbeit. Nun ist eine gute Zeit, um in der Werkstatt zu flicken und zu basteln: Kaputte Beuten reparieren, Zargen streichen, Absperrgitter vom Wachs befreien, Rähmchen aussortieren und zusammennageln oder Ablegerkästen bauen. Eigentlich gibt es immer etwas zu tun – wenn nicht, seid kreativ, es heißt schließlich nicht umsonst: „Jeder Imker ein Erfinder!
Bienenprodukte veredeln: Wachstücher, Hautbalsam oder Propolistinktur selber machen
Im Frühjahr und im Sommer ist haben wir vor allem Stress beim Honig schleudern; im Herbst und Winter bleibt dann mal Zeit, sich auch den anderen Bienenprodukten zu widmen. Bienenwachstücher sind gerade im Trend. Wir erklären in einer Anleitung mit Video, wie ihr eure eigenen Wachstücher herstellen könnt: Bienenwachstücher selber machen
Ein positiver Effekt des Mundschutzes ist, dass er nicht nur die Aerosole bremst –  er schützt auch vor Kälte. Wir haben trotzdem ein Rezept für ein Wind- und Wetterbalsam mit Bienenwachs
Wer im Sommer schon etwas Propolis geerntet hat, kann dieses nun zu einer Tinktur verarbeiten. Mit dieser kann man wiederum Salben herstellen. Zum Artikel: Propolistinktur selber machen
Mehr Wissenswertes zur Apitherapie erfahrt ihr in unserem bienen&natur-Sonderheft Gesundheit durch die Biene
Varroakonzept fürs nächste Jahr überdenken
Während ein Volk früher bei bis zu 10.000 Milben überleben konnte, brechen Völker heute oft schon bei 2.000 Varroen zusammen. Deshalb müssen wir Imker im Kampf gegen die Milbe laufend dazu lernen. Biotechnische Verfahren wie das Käfigen der König, eine Brutentnahme oder Bannwabenverfahren werden deshalb immer beliebter. Auf einer Übersichtsseite haben wir die verschiedenen Wege zusammengefasst: Varroabehandlung – verschiedene Methoden gegen die Milbe
Wem das noch nicht reicht, der kann sich das bienen&natur-Sonderheft kaufen: Varroa im Griff – gesunde und vitale Bienen das ganze Jahr
Sich auf Social Media anmelden und Fans informieren
Seid ihr schon auf Facebook oder Instagram? Social Media ist auch für uns Imker eine gute Plattform, um mit anderen Imkern und Honigkunden – die oft Fans von unserem Hobby sind – in Kontakt zu bleiben. So könnt Ihr die Kunden über das Jahr hinweg informieren, was bei den Bienen und in der Natur gerade los ist. Zum Dank kaufen sie dafür das nächste Glas Honig bestimmt wieder beim Imker ihres Vertrauens.
Solidarität zeigen: Anderen Imkern helfen
Wir Imker müssen in schweren Zeiten zusammenhalten. Also helft anderen Imkern, die krank sind, zur Corona-Risikogruppe gehören oder in Quarantäne sind. Der Österreichische Erwerbsimkerbund und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB haben eine Plattform eingerichtet, wo ihr euch melden könnt, wenn ihr Hilfe braucht oder Hilfe anbieten könnt: imkerhilfe.at
Der Wissenschaft helfen: An Umfragen teilnehmen
Jedes Jahr ist anders, jedes Bienenvolk verhält sich anders und jeder Imker macht seine eigenen Erfahrungen. Deshalb ist es wichtig, diese einzelnen Erfahrungen zu bündeln, damit daraus ein großes Bild entsteht. Dr. Christoph Otten vom Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen sammelt mehrmals im Jahr Daten zu Honigernten, Honigpreisen oder Winterverlusten. In seiner neusten Umfrage geht es um die Spätsommer- und Herbstverlust. Hier kommt ihr zur Umfrage: Umfrage zu Spätsommer- und Herbstverlusten 2020

Im Frühjahr hieß es in einer Studie aus China, Imker könnten immun gegen das Coronavirus sein – dank des Bienengiftes. Forscher aus Deutschland haben dies mittlerweile mit einer eigenen Studie widerlegt. Mit einem weiteren Fragebogen wollen sie nun herausfinden, ob eventuell andere Bienenprodukte gegen Covid-19 helfen können. Hier geht es zur Umfrage: Fragebogen für Imker zu Corona II

Den Garten für nächstes Jahr planen
Im Spätsommer finden Bienen oft nicht genug Pollen und Nektar. Blühflächen können ihnen helfen. Die könnt ihr ganz einfach im Blumenkasten oder auf einer Freifläche im Garten anlegen: Grasnarbe abtragen, Boden mit einer Hacke etwas lockern, Saatgut ausstreuen, etwas walzen, damit die Samen nicht vertrocknen und wenn es nicht regnet, gießen. Fertig ist die Bienenweide. Als Saatgut nutzt ihr am besten regionale, mehrjährige Pflanzen. Wenn ihr selbst keinen Platz habt, könnt ihr auch Blühpate werden. Landwirte säen dann für euch Blühmischungen an. In der bienen&natur haben wir im September 2019 die Aktion beesandfriends von Landwirtin Cathrin Bauer vorgestellt.
Weiterbilden: Imkerbücher und Fachzeitschriften lesen
Was hilft gegen Langeweile? Lesen, lesen, lesen. Doch es muss nicht immer der neuste Krimi sein – auch Imkerfachbücher sind interessant. Man lernt ja nie aus. Unter der Rubrik Für Sie gelesen haben wir verschiedene Buchtipps zusammengestellt. Zudem lohnt es sich immer in alten bienen&natur-Heften zu schmökern, auch verfügbar als E-Paper. Einsteiger finden in unserer Schulungsmappe alles Wichtige zur Bienenhaltung: Grundwissen für Imker. Und weil wir mit der Eigenwerbung nicht geizen wollen, möchten wir euch noch auf unsere beiden Sonderhefte Varroa im Griff und Faszination Imkern – Einstieg in die Imkerei aufmerksam machen.
Sich frühzeitig um Weihnachtsgeschenke kümmern
Obwohl wir momentan genug Zeit haben, kommt Weihnachten doch meist überraschend schnell. Dann ist schnell Heiligabend und man hat vergessen Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Damit das nicht passiert, erinnern wir frühzeitig daran und haben die passenden Tipps: In unserem Shop findet ihr unter anderem den neuen bienen&natur Wandkalender für 2021 oder Geschenkabos für die Liebsten.

bbu/04.11.20

Tee mit Honig süßen: Gesünder als Zucker