Fünf-Punkte-Plan gegen das Artensterben

Tagpfauenauge. Foto: J. Fritsch
Tagpfauenauge. Foto: J. Fritsch

Um das Insektensterben und den Artenschwund zu stoppen, bedarf es einer Strategie. Wie diese aussehen müsste, diskutierten Biologen und Naturschutzpraktiker aus ganz Baden-Württemberg auf dem Landesbiologentag 2018 an der Universität Hohenheim am 14.7. in Stuttgart und stellten ihre Ansätze vor. Vor allem fünf Punkte kristallisierten sich als zielführend heraus:

  1. eine verbesserte Umweltbildung,
  2. eine Agrarwende,
  3. mehr Strukturvielfalt in der Landschaft,
  4. ein Langzeit-Monitoring,
  5. eine stärker auf die Biodiversität ausgerichtete Agrarförderung.

Den landesweiten Biologentag und dritten Biodiversitätsgipfel mit dem Motto „Schmetterlinge bald nur noch im Bauch: Erst sterben die Insekten – und dann?“ veranstalteten die Umweltakademie Baden-Württemberg, die Universität Hohenheim und der Verband der Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO).

Spätestens seit vergangenem Herbst ist das Thema Arten- und Insektenschwund im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen: Eine Studie zum Insektenrückgang ergab 70 bis 80 Prozent weniger Schmetterlinge, Käfer, Bienen, Wespen und andere Insekten innerhalb weniger Jahrzehnte. „Seitdem wird intensiv über Ursachen und Gegenmaßnahmen auf unterschiedlichsten Ebenen diskutiert“, erklärt Prof. Dr. Martin Hasselmann, Leiter des Fachgebiets Populationsgenomik bei Nutztieren an der Universität Hohenheim und Vorsitzender des VBIO Baden-Württemberg.

„Der Insektenrückgang ist zwar nicht erst seit letztem Herbst bekannt“, erklärt der Hohenheimer Tierökologe Prof. Dr. Johannes Steidle. „Doch er zeigte sich innerhalb weniger Jahrzehnte, verursacht durch Lebensraumzerstörung und intensive, industrielle Landwirtschaft.“ Hinzu komme, dass das Insektensterben als Auslöser weiteren Artensterbens fungieren könne.