Eine gute Königin kaufen

Um möglichst friedliche, ertragreiche und gesunde Bienenvölker zu halten, bietet es sich an, Königinnen aus Zuchtprogrammen zu kaufen. Eine Königin kann man auf verschiedenen Wegen erwerben, doch nicht alle sind vielversprechend.

Eine gezeichnete Bienenkönigin. Bild: J. Schwenkel

Die Preise für Bienenköniginnen rangieren zwischen zehn und über 100 Euro. Diese hohen Unterschiede haben ihren Grund. Eine unbegattete Königin vom Imkerkollegen aus dem Verein wechselt schon für wenige Euro den Besitzer. Denn eine unbegattete Königin bringt mehrere Risiken mit sich:

  • Sie wird von einem Bienenvolk nur akzeptiert, wenn es keine andere Wahl hat, also schon einige Zeit weisellos ist.
  • Es besteht Risiko, dass die Königin vom Begattungsflug nicht zurückkehrt, weil sie etwa einem Vogel zum Opfer gefallen ist.
  • Bei einer Standbegattung lässt sich nicht kontrollieren, welche Eigenschaften die Vatervölker haben.
  • Eine standbegattete Königin kann stichige Arbeiterinnen hervorbringen.

Der sicherste Weg: Eine begattete Königin

Daher ist es sicherer, eine bereits begattete Königin zu kaufen. Sie eignet sich auch, Völker umzuweiseln, also eine ältere gegen die neue Königin auszuwechseln. Der sicherste Weg dazu ist die Bildung eines Kunstschwarms. Doch es gibt auch viele andere Methoden. Je nach Jahreszeit sind diese mal mehr, mal weniger aussichtsreich.

Begattete Königinnen werden von vielen Imkern angeboten. Wer jedoch auf eine gute Herkunft Wert legt, die einigermaßen zuverlässig die Eigenschaften des späteren Bienenvolks vorhersehen lässt, kauft Königinnen aus Zuchtprogrammen. Denn nur, wenn aus Hunderten von Völkern selektiert wird, kann überhaupt von einer zielgerichteten Zucht gesprochen werden. Bekannt ist etwa das Varroa-Toleranzzuchtprogramm. Mehrere Züchter haben sich zusammen geschlossen, um möglichst varroatolerante Zuchtlinien zu erzielen. Die Zuchtergebnisse werden regelmäßig geprüft.

Eine Insel für die Königinnen

Königinnen aus Zuchtprogrammen werden auf Belegstellen begattet. Hier stehen Vatervölker mit vielen Drohnen, die ebenfalls auf positive Eigenschaften selektiert wurden. Andere Völker sind im Umkreis nicht zugelassen, sodass die Königinnen auf den Belegstellen von Drohnen aus ausgewählten Vatervölkern begattet werden. Besonders teuer sind begattete Königinnen von Insel-Belegstellen. Die Insellage schließt zufällige Fremdbegattung aus.

Auch Buckfast-Züchter bieten inselbegattete Königinnen. Das Buckfast-Zuchtprogramm zielt auf schwarmträge, ertragsstarke und sanfte Völker. Die Buckfast-Züchter sind in Landesverbänden organisiert. Häufig wird argumentiert, dass Kreuzungen von Buckfast- mit Carnicabienen stichige Völker ergeben, dafür fehlen jedoch Belege. Daher ist es durchaus möglich, auch Buckfast-Königinnen einzuweiseln an einem Stand mit Carnica-Völkern.

Der preiswerteste Weg zu einer guten Königin ist es, Zuchtmaden zu erwerben, etwa von Bieneninstituten. Auch schlupfreife Weiselzellen sind im Internet erhältlich. Hier besteht aber das Risiko, dass die schlüpfenden Königinnen den Begattungsflug nicht erfolgreich überstehen. Außerdem sind auch diese Königinnen standbegattet, die Linie der männlichen Gene kann nicht kontrolliert werden.

http://www.toleranzzucht.de/zuchtprogramm/

cas/21.05.2019